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Sonderausstellung des Daetz-Centrums Lichtenstein

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CD-Einspielungen
auf historischen Instrumenten des   Musikinstrumenten- Museums Markneukirchen
 
Werke von J. Haydn, 
W. A. Mozart,    
J. G. Naumann u. a.

Aufnahme: November 1995

Preis: 13,00 € 
zuzügl.  2.- € Porto und Versand

Duett f. Oboe und Fagott - Andante
Joh.Gottl.Neumann
Oboe-Staudinger, Dresden,
Fagott-Gottfr. Schuster, Markneukirchen

Rondo f.zwei Gitarren , Ferdinando Carulli,
Gitarren:1.Heinrich Schatz-Bosten, 2.
Österreich um1800

Es ist der Wunsch vieler Museumsbesucher, Instrumente auch einmal zu hören. Zwar kann man aus der Geschichte des Exponats und der Art der Bauweise, die sich oft in einem prägnanten Äußeren zeigt, auch auf die soziale Stellung und seinen musealen Wert schließen, einen Hinweis auf den Klang erhält man aber erst durch das Musizieren. Im Unterschied zu Nachbauten und historischen Instrumenten in Privatbesitz hat beim Spiel von Museumsinstrumenten nicht die Klangqualität, sondern das museale Objekt Priorität. Das Bereitstellen von Ausstellungsstücken zum Musizieren wird unter Museologen zunehmend kritisch betrachtet, schließt es doch meistens eine Veränderung am Exponat ein und sei es nur eine neue Besaitung. Der Restaurator sieht seine Aufgabe heute in erster Linie im Konservieren und lehnt eine umfassende Restaurierung, die das Ersetzen fehlender Teile einschließt, unter Umständen sogar ab. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Museologen, Restaurator und Musiker und ein äußerst sensibles Vorgehen, das die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten voraussetzt, sind maßgebend für das Gelingen einer CD-Produktion. Die Virtuosität des Künstlers ist in hohem Maße gefordert, um die im Dornröschenschlaf schlummernden Instrumente zum Leben zu erwecken. Wichtig ist dabei, dem Musikinstrument als Sachzeugen vergangener Zeiten den Vorrang zu geben. Nicht außer acht lassen sollte man auch die Frage, weshalb das Instrument ins Museum kam. Ankaufs- oder Schenkungsurkunden geben Hinweise auf den Vorbesitzer und die Gründe der Weggabe. Mitunter  trifft zu, dass nicht die wertvollsten Zeitzeugen Aufnahme in einer Sammlung fanden. Oft genügten sie nicht mehr den gestiegenen Anforderungen der Musizierpraxis  und Umbauten erwiesen sich im Nachhinein als nicht vorteilhaft für das Instrument. Wertvolle Stücke wurden in der Regel von Musiker zu Musiker weitergegeben und nur selten einem Museum zur Verfügung gestellt.
Diese Tatsache sollte man beachten, um den Wert der Aufnahmen historisch richtig einordnen zu können.
Die Markneukirchner Sammlung ist im wesentlichen durch die Großzügigkeit von Freunden und Förderern des Museums gewachsen. An kostspielige Ankäufe oder gar Teilnahme an spektakulären Auktionen konnte und kann man schon aus finanziellen Gründen nicht denken. Der ideelle Wert der Sammlung, der in der Bewahrung unwiederbringlicher Zeitzeugen des Musikinstrumentenbaues liegt, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Aber auch der materielle Wert ist aufgrund einer großen Zahl von Unikaten enorm. Was macht es schon, dass man keine Stradivari besichtigen kann ? Dafür gibt die größte Sammlung von vogtländischen Streichinstrumenten Auskunft über die Geschichte der Stadt, die man früher das Sächsische Cremona nannte. Sind die Tasteninstrumente im Vergleich zu anderen Musikinstrumenten-Museen eher spärlich vertreten, so erhält man hier einen Überblick über die Vielfältigkeit der Zupf- und Holzblasinstrumente bis zur heutigen Zeit. Ist das älteste Metallblasinstrument, ein Naturhorn von Eschenbach, auch „erst“ 200 Jahre alt, so findet der Einfallsreichtum der Instrumentenbauer dieser Branche seinen Ausdruck in einer Vielzahl von Ventilarten und einem übergroßen Schallstück einer gestreckten Tuba.

Aus 1000 ausgestellten Instrumenten wurden 17 für die CD auserkoren.
Ausgewählt wurden Instrumente, deren Baujahr vor 1850 liegt. Der Zustand des Instrumentes  und die Spielbarkeit waren weitere wichtige Kriterien der Auswahl, um möglichst wenig Eingriffe am Instrument vornehmen zu müssen. Bei den Holzblasinstrumenten und den Naturtrompeten war die einheitliche Stimmung vordergründig, ein Aspekt, der auch Einfluss auf die Auswahl der Musikstücke hatte. Die Streichinstrumente sind bis auf den Kontrabass ausschließlich im Vogtland gebaut worden und weitestgehend original erhalten.

Für die Produktion der CD konnten Künstler gewonnen werden, die seit Jahren ein enge emotionale Beziehung zu Markneukirchen haben. Das Folkwang-Duo Essen mit Volker Niehusmann und Karsten Linck pflegt seit 1988 Kontakte zu Markneukirchner Instrumentenbauern. Nach der Wende wurden diese Beziehungen durch regelmäßige Konzerte an der Fachhochschule für künstlerischen Musikinstrumentenbau Markneukirchen und im Rahmen des jährlich in Erlbach/Vogtl. stattfindenden Internationalen Meisterkurses für Gitarre mit Abel Carlevaro aus Uruguay vertieft . Gottfried Sembdner, in Markneukirchen aufgewachsen, hatte schon als Jugendlicher die Möglichkeit, als Museumsführer zahlreichen Besuchern sein Talent als Orgrelspieler zu beweisen. Die Schweizer Hausorgel gehört zu den ersten Orgeln, mit denen der heute an der Freien Waldorfschule in Trier beschäftigte und auch im Ausland konzertierende Musiklehrer Bekanntschaft schloss. Der Gedanke, eine CD mit historischen Musikinstrumenten zu produzieren, entstand durch die enge Zusammenarbeit des Museums mit der im benachbarten Kurort Bad Elster wirkenden Chursächsischen Philharmonie. Das Bemühen dieses Orchesters um eine historisch gerechte Aufführungspraxis führte die Musiker wiederholt ins Museum, um sich Anregungen und fachliche Beratung für Nachbauten historischer Musikinstrumente zu holen. Die Möglichkeit, auf museumseigenen, z.T. über 200 Jahre alten Instrumenten spielen zu können, löste bei diesem Ensemble wahre Begeisterung aus und ließ die vielen damit verbundenen Probleme in den Hintergrund treten. Da die Instrumente alle in der ständigen Ausstellung integriert sind, sollte die Vorbereitungszeit möglichst kurz gehalten werden. Es ist dem hervorragenden Leistungsvermögen dieses Orchesters, das sich vornehmlich aus sehr jungen, äußerst konzentriert arbeitenden Musikern zusammensetzt, zu danken, dass die Aufnahmen in kürzester Zeit vorgenommen werden konnten. Die Chursächsische Philharmonie konzertiert regelmäßig im Hof des „Paulusschlössels“. Dabei sind u.a. auch Nachbauten historischer Musikinstrumente, hergestellt von einheimischen Instrumentenbaumeistern, zu hören.
Die im Mai 1995 anlässlich der XXX. Internationalen Instrumentalwettbewerbe in Markneukirchen eingeweihte Musikhalle beweist mit dieser CD-Produktion erstmals ihre Eignung als Aufnahmestudio. Mit modernster Technik ausgestattet, ermöglicht diese für 900 Zuhörer gebaute Kulturstätte Konzerte mit international bekannten Musikern und bietet den zahlreichen Laienorchestern der Musikstadt optimale Bedingungen zur Ausübung ihrer künstlerischen Tätigkeit.

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Lustiges vom Instrumentenbau

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Markneukirchen und seine Geschichte
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