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 Betreff des Beitrags: Adolf Kessler und F&R Enders
BeitragVerfasst: Sa 03. Jul 2010, 9:45 
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Registriert: Sa 03. Jul 2010, 9:32
Beiträge: 6
Hallo,

ich spiele seit vielen Jahrzehnten eine "Adolf Kessler junior", die ich vormals von meinem Opa geerbet habe.
Ich schätze, sie ist so knapp 100 Jahre alt aber leider steht kein Baujahr auf dem Zettel.
Gibt es irgendwelche Infos zu Kessler? In welchem Zeitraum hat der gebaut?

Weiterhin,
ich habe ein F&R Enders (Nachkriegsbaujahr) angeboten bekommen.
Enders "Vorkriegs-Geigen" haben ja einen ziemlich guten Namen, lese ich aus den im Web vorhanden Infos heraus aber wie ist es mit den nach 45 entstandenen Violinen? Hat die Werkstatt da wieder an diese Erfolge anknüpfen können ?

Wie ist eigentlich generell die Material- und Fertigungsqualität der Geigen, welche zu DDR Zeiten gebaut wurden, einzuschätzen?
Kann man da was pauschal sagen?

Vielen Dank im Voraus!


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 Betreff des Beitrags: Re: Adolf Kessler und F&R Enders
BeitragVerfasst: So 04. Jul 2010, 12:58 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallo PICachu (??),

Adolf Kessler hat, soviel ich weiß, keine Geigen gebaut, auf alle Fälle war "Adolf Kessler jun." ein Versandgeschäft, gegründet 1886 und mit Sicherheit tätig bis in die 30er Jahre des 20. Jh. Ob Adolf Kessler den Geigenbau eventuell wenigstens erlernt hatte, vermag ich nicht zu sagen, die Literatur schweigt sich dazu aus. Dabei ist Kessler durchaus ein Name, den etliche Markneukirchner Geigenmacher trugen.

Zu Enders: Ja, auch nach dem Krieg wurden dort noch hervorragende Instrumente gebaut und aus den Werkstätten, in die ich als Kind aus unserem Fenster schauen konnte, gingen auch bekannte Geigenmacher hervor. Ob nun DIESE Violine zu den guten gehört, oder simple Massenware ist, die Enders zumindest auch gehandelt hat, sollte doch ein Geigenbauer mit Instrument in Händen entscheiden.

Material war in Markneukirchen noch reichlich vorhanden, auch allerbestes! Man hat mir erzählt, daß irgendwann Steuern auf die Holzvorräte gezahlt werden sollten, worauf angeblich viel viel Holz nicht zu Instrumenten verbaut, sondern in die Öfen gewandert ist... Und zur Qualität kann man, wie überall und stets, auch zur DDR-Zeit nichts pauschales sagen. Selbst in Cremona wurden "böse Schachteln" gebaut! (Jetzt krieg ich bestimmt gleich Haue.) Auf alle Fälle sind - ob zu Zeiten der Verleger-bedingten Massenproduktion Anfang des 20. Jahrhunderts, zu Kriegszeiten oder auch unter sozialistischer Herrschaft - immer auch hervorragende Instrumente in Markneukirchen hergestellt worden.

Mit freundlichen Grüßen

Udo


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 Betreff des Beitrags: Re: Adolf Kessler und F&R Enders
BeitragVerfasst: So 04. Jul 2010, 16:17 
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Registriert: Sa 03. Jul 2010, 9:32
Beiträge: 6
Vielen herzlichen Dank für die Info!


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