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 Betreff des Beitrags: Musima Geige 4/4 Wie alt? Modell?
BeitragVerfasst: Sa 05. Feb 2011, 17:57 
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Registriert: Sa 05. Feb 2011, 17:13
Beiträge: 4
Hallo,
bin neu hier und hätte gerne nähere Informationen zu meiner Geige. habe sie ohne Steg, Saiten, und etwas verstaubt erworben und sie selbst nach bestem Wissen komplettiert.
Merkmale:
Zettel trägt die Aufschrift:
Hergestellt in den Meisterwerkstätten Musima Musikinstrumentenbau Gmbh Markneukirchen.
Sie hat keine erkennbaren Risse o.ä., die Lakierung am Hals ist sehr scharfkantig von hell nach dunkel unterbrochen.

Anbei 3 kleine Bilder

Würde mich über Antwort freuen.
Vielen Dank


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Geige Musima (2).JPG
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BeitragVerfasst: So 06. Feb 2011, 13:33 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallo allemimo (wieder mal so ein seltsamer Name ?),

ich denke, in diesem speziellen Fall kann man das Alter recht genau bestimmen. Meines Wissens - ich lasse mich gern verbessern - existierte die Musima nur ein Jahr nämlich 1952 als GmbH, bereits 1953 wurde der VEB Musima daraus. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dann der GmbH-Zettel noch lange verwendet wurde.

Bezüglich Modell kann ich leider nicht weiterhelfen. Später gab es aber so blumige Bezeichnungen wie "1112" und "1113" (sprich elf - dreizehn). Ob Dir das aber viel helfen würde? Für mich ist immer der Klang eines Instrumentes wichtig, nicht seine Bezeichnung.

Der scharfkantig abgeputzte Lack am Halsgriff war (leider) fast so etwas wie ein Musima- Markenzeichen. Ob die Geige gepreßte oder gefräste Platten hat, kann ich an den Fotos nicht erkennen, man sieht auch absolut nicht, wie die Hohlkehle gearbeitet ist, ob es überhaupt eine gibt. Was ich aber zu erkennen glaube ist gespritzter Lack.

Ein Geigenbauer - gern auch in Markneukirchen, siehe Liste - mit dem Instrument in Händen kann da aber bestimmt nähere Auskunft geben. Der kann dann auch gleich den Steg noch etwas nacharbeiten. Wenn er auch, worüber ich staune, fast auf der Wölbung zu passen scheint, so sieht er doch recht massiv aus und das Zuviel an Holz behindert die Schwingungsübertragung. Der Klang könnte also schätzungsweise damit etwas verbessert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Udo


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BeitragVerfasst: So 06. Feb 2011, 15:09 
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Registriert: Sa 05. Feb 2011, 17:13
Beiträge: 4
Hallo Udo,
danke für die schnelle Antwort. Ich hatte gedacht, dass Musima evtl .auch nach der Wende eine GmbH war? Aber das beste wird sein ich komme mal bei ihnen vorbei, auch wegen des Stegs. Den habe ich selbst versucht aufzuschneiden um überhaupt mal probieren zu können. (Bin erst blutiger Spät-Anfänger)
anbei nochmal 3 kleine Bilder von Schnecke, Steg und Hohlkehle. Die schwarzen Linien sehen fast aus wie aufgemalt, wobei die innere Linie eine andere maserung hat wie Boden oder Decke.
Danke nochmal für ihre Infos.

Gruß
Michael


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BeitragVerfasst: So 06. Feb 2011, 15:41 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Michael, hallo Udo,

Auszug aus der Datenbank:
"um 1990 MUSIMA GmbH, die ab 1992 von Helmut Stumpf und Fritz Kropp (aus den alten Bundesländern) gekauft wurde und sich MUSIMA "Manufaktur GmbH" nannte".

Sie wurde 1952 als Treuhandbetrieb gegründet und 1953 als volkseigener Betrieb (VEB Musima) fortgeführt. Ich weiß nicht, ob sie sich 1952 GmbH nannte, benutzte damals aber wohl kaum "in den Meisterwerkstätten" .

Der Weg nach Markneukirchen ist für Sie ja nicht so weit und es gibt auch noch eine Stadtgeschichtsausstellung, die man sich bei dieser Gelegenheit anschauen kann ...

Viele Grüße
Heidrun


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BeitragVerfasst: Mi 09. Feb 2011, 11:11 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallöchen,

@Heidrun
ach ja Heidrun, an die Musimazeiten nach 1989 habe ich ja gar nicht gedacht, hab ich wohl verdrängt ;-). Da wirst Du wohl recht haben. GmbHs gab es ja in der DDR auch nur ganz ganz wenige.

Mit dem Zusatz "in Meisterwerkstätten Musima" habe ich allerdings selbst einen Zettel etwa aus den späten 70er Jahren vorliegen, eine Zeile drunter mit dem Zusatz "Made in German Democratic Republic". Der ganze Zettel ist auch in Frakturschrift gehalten!

Auf dem hier abgebildeten Zettel glaube ich aber auch noch eine Zeile drunter erkennen zu können. Und eventuell fängt die auch mit "Made in..." an.

@Michael
Können Sie uns bitte die letzte Zeile noch verraten?

Ich wüßte nicht, daß in der Musima Adern aufgemalt wurden, das sind schon richtige Einlagen, gerade die andere Maserung beim Mittelspan bestätigt dies deutlich. Auch sieht man oberhalb der unteren F-Kugel eine etwas zu breit geratenen Spannut. Aber wie schon gesagt, mit Fotos ist das immer recht schwierig. Wobei auf dem einen Bild nun auch eine Hohlkehle erkennbar zu sein scheint. Ein Besuch in Markneukirchen bei einem Geigenbauer bringt bestimmt noch mehr Einzelheiten.

Mit freundlichen Grüßen

Udo


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BeitragVerfasst: Mi 09. Feb 2011, 18:10 
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Registriert: Sa 05. Feb 2011, 17:13
Beiträge: 4
Hallo,

Ja, sie haben recht. Die letzte Zeile auf dem Zettel lautet: Made in Germany
Das deutet dann wohl auf Nachwendezeit hin, Oder?

Danke und Gruß

Michael


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BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 8:51 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Michael,

nein, das hilft auch nicht weiter. Meines Wissens durften Waren in der DDR erst ab 1953 nicht mehr mit "Made in Germany" gekennzeichnet werden. Und bis dieser Beschluß flächendeckend umgesetzt wurde, dürfte auch noch einige Zeit ins Land gegangen sein...

Gerade eben habe ich aber auf der hervorragenden Seite von Stefan Lob im Artikel über die Musima gelesen, daß der Betrieb als VEK (Volks-Eigener Kreisbetrieb) gegründet und ab 1953 als VEB weitergeführt wurde. GmbH kam damals also nicht vor. Somit kommt nur die Zeit ab 1990 in Frage, Heidrun hat also Recht!

Mit freundlichen Grüßen

Udo


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