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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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BeitragVerfasst: Mo 24. Mär 2014, 13:00 
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Registriert: Mi 19. Mär 2014, 17:27
Beiträge: 3
Wer kennt eine Geige oder eine Bratsche von Mayerosch Dresden (um 1900).
Die Initialen sind M. E.
Es gab auch den Geigenbauer Erwin Arno Mayerosch in Dresden (bis 1938). Auch Instrumente von ihm interessieren mich.
Ulrich Schmidt 24.03.2014


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BeitragVerfasst: Mo 24. Mär 2014, 14:28 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Herr Schmidt,

"M. E." bedeutet Mathias Edmund. Das mußte ich aber nachschlagen, hatte ehrlich gesagt vorher noch nichts von diesem Geigenbauer gehört - und leider auch noch kein einziges Instrument von ihm gesehen. Vielleicht kennt man unter den Dresdner Kollegen solche Instrumente?

Mit freundlichen Grüßen

Udo Kretzschmann


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BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 8:31 
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Registriert: Mi 19. Mär 2014, 17:27
Beiträge: 3
Hallo Herr Kretzschmann,
wie ich von dem früheren Bogenmacher Kurt Schmidt weiß, war Herr Mayerosch Lehrer.
Dieser existierte in Dresden tatsächlich und hieß Matthias Eduard M. und war emeritierter Oberlehrer, aus Falkenstein zugezogen und 1917 in Dresden gestorben. Bei der Seltenheit des Namens Mayerosch dürfte Ihr Mathias Edmund nicht richtig sein.

Ich erhoffe mir eine Mitteilung von einem Eigentümer oder Kenner eines Mayerosch-Instruments. Aber vermutlich bin ich in diesem Forum nicht richtig. Meine Zweifel kommen, wenn ich nur die blödsinnigen Smilies zappeln sehe.

Freundliche Grüße Ulrich Schmidt


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BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 13:12 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Sehr geehrter Herr Schmidt,

die Informationen, die mir zu Mathias Edmund vorlagen, sind wohl aus Jalovec "Deutsche und österreichische Geigenbauer" abgeschrieben worden. Dort steht allerdings ("zurück zu den Quellen... ")
. Mayresch Mathias Edmund, Markneukirchen, 1893
Ob die beiden etwas miteinander zu tun haben, oder gar die gleiche Person darstellen, habe ich nicht herausfinden können.

Bei René Vannes heißt er Meyeresch Mathias Edmund. Es schreibt - wiederum nur bei O.E.Heinel ab: Heinel lag wohl ein Instrument im Stil der Markneukirchner Schule vor mit hochgezogener Wölbung, klarem braunen Lack und schöngeformeten Mittelbügeln. Das handgeschriebene Etikett lautete ohne Angabe des Wohnortes:
Edmund Mayeresch
faciebat Anno 15. Oktober 1893

Zu Dresden gebe ich Ihnen recht, im Adreßbuch von 1893 finde ich erstmals
Mayerosch Matthias Eduard, emeritierter Oberlehrer, Lutherplatz 10
1903 fiinde ich ihn in der Eisenacherstraße 42
1916 wird er in der Albrechtstraße 11 geführt
1917 in der Augsburger Str. 77 und
1918 lebt dort seine Witwe Hulda

Haben Sie selbst ein Instrument von ihm? Hat er im Ruhestand als Dilettant mit dem Geigenbau begonnen?

Wie kommen Sie auf Falkenstein? In unserer Gegend ist (war) Mayerosch vor allem in Greiz zu finden.

Erwin Arno wird übrigens auch nicht als Geigenbauer im Adreßbuch geführt, sondern als Korrespondent.

Ich hoffe, Sie sind durchaus "in diesem Forum richtig", auch wenn hier Smilies angeboten werden. Man muß sie doch nicht nutzen. Ansonsten ist ein Forum nur so gut, wie seine Teilnehmer. Und ich würde mich freuen, auf Sie in Zunkunft hier als aktiven Mitstreiter zählen zu können! Herzlich willkommen!

Mit freundlichen Grüßen

Udo Kretzschmann


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BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 22:37 
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Registriert: Mi 19. Mär 2014, 17:27
Beiträge: 3
Sehr geehrter Herr kretzschmar,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Den Eintrag in dem Buch von Jalovec habe ich früher auch mal gesehen und die andere Schreibweise als Ungenauigkeit gewertet. Die Ortsangabe Markneukirchen 1893 kan durchaus passen. Der gedachte "Dresdner" Mayerosch ist Ostern 1892 nach schwerer Krankheit pensioniert worden. Möglicherweise hat er sich danach beruflich neu orientiert und in einer Werkstatt in Markneukirchen sich zum Geigenbauer ausgebildet.
Er zog am 25.03.1892 mit Frau und 4 Kindern nach Dresden. Es folgt dann 1893 der erste Eintrag im Dresdner Adressbuch (Lutherplatz 10). Der Name Mayerosch wird von einem Familienmitglied als Eindeutschung eines ungarischen Namens gedeutet.
Ob die anderen Schreibweisen auf wirklich andere Personen hinweisen oder bloße Ungenauigkeiten sind, will ich nicht beurteilen. Aber für letzteres spricht der Vergleich Heinel zu René Vannes. Es war schon früher üblich, in Listen u.ä. die Vornamen abzukürzen (siehe Adressbuch Dresden), und bei der Langform irrt man sich gelegentlich.

Nun zu Ihrer Frage nach einer Geige: Ja, ich besitze eine. Auf dem Geigenzettel steht
in schönster lateinischer Handschrift Mayerosch Dresden. Keine Jahresangabe.
Ich kenne eine Viola in Dresden mit der Inschrift M. E. Mayerosch Dresden 1901.

Über seine Tätigkeit in Falkenstein als Lehrer erfuhr ich von Herrn Geigenbaumeister Mallon in Greiz, der einen Zeitungsartikel von 1932 besitzt.

Nachdem M.E.Mayerosch zuerst Oberlehrer und dann Geigenbauer war, ergibt sich auch für (vermutlich) seinen Sohn Erwin Arno eine ähnliche Wandlung. Er ist von 1924 bis 1938 als Geigenbaumeister eingetragen, auch im Gewerbeverzeichnis des Adressbuches (nicht jedes Jahr von mir überprüft).

Haben sie eine Idee, wie sich eventuell weitere Instrumente (auch von Erwin A. M.) "finden" lassen?

Mit freundlichen Grüßen Ulrich Schmidt


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BeitragVerfasst: Di 18. Nov 2014, 11:23 
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Registriert: Di 18. Nov 2014, 11:01
Beiträge: 1
Sehr geehrter Herr Schmidt,
ich besitze seit fast 50 Jahren eine M.E. Mayerosch, faciert Anno 1902 Dresden, Geige. Sie begleitete mich während meiner Schul-, Studien- und Berufszeit als Volksschullehrer und Rektor. In der Schule, in der Kirche und im Schulorchester (Gymnasium Geretsried) war sie fast täglich im Einsatz und begeisterte viele Kinder.
Unten kräftig im Klang, oben eher etwas zurückhaltend eignet sie sich gut als Kammermusikinstrument.
1966 habe ich die Geige von dem Geigenbauer H. Glassl in München für 1.200 DM erworben.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Höllt


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BeitragVerfasst: Fr 08. Mai 2015, 21:53 
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Registriert: Fr 08. Mai 2015, 21:11
Beiträge: 1
Ich kenne ein schönes Cello mit einem handschriftlichen Zettel:
Erwin Mayerosch, Dresden,
fecit anno 1925
Wohl ein eigenes Modell an ein italienisches Vorbild angelehnt.
Einteiliger Schwartenboden Ahorn. Fichtenklötze und Weichholzbereifung.
Eher flach, kaum Hohlkehle, zum Mittelbug hin gar keine. Weit offene, eliptische C Bügel.
Innen gelb grünstichig braune Grundierung, der Lack orange braun auf
dem entsprechenden Grund. Man ahnt eine "Restklebrigkeit" der Lackierung.
Eine eigenwillige, sauber aber nicht pedantisch durchgeführte Arbeit, mir gefällts.
Das Cello wird von einem Berufsmusiker in der Schweiz gespielt und klingt sehr gut.


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BeitragVerfasst: Mo 11. Mai 2015, 7:08 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Vielen Dank für die Information.


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BeitragVerfasst: Mo 11. Mai 2015, 16:18 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Ja, Danke auch von meiner Seite!

So wünschte ich mir die Mitarbeit vieler im Forum - und alle hätten mehr davon...

Also weiter so ;-)

Viele Grüße

Udo


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BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2018, 21:27 
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Registriert: Fr 13. Apr 2018, 21:24
Beiträge: 1
I am aware that this is an old message. But I have a Mayorosch violin in my posession. Why would you be interested?


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BeitragVerfasst: Di 26. Jun 2018, 15:54 
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Registriert: Mo 25. Jun 2018, 17:11
Beiträge: 2
Sehr geehrter Herr Schmidt,
Ihre Anfrage nach einem Instrument von E.M.Mayerosch liegt schon ein paar Jahre zurück. Da ich aber jetzt erst Kenntnis davon erhielt, weil ich auf dieses Forum gestoßen bin, hier für Sie meine kurze Antwort:
Ich besitze eine Viola von Mayerosch, die ich von meinem Vater geerbt habe, der sie im Familienquartett auch gespielt hat. Woher er sie hatte, ist mir unbekannt.
Das Instrument ist nicht sehr groß (39 cm), aber handwerklich sauber gearbeitet mit einem ganzen Boden. Zargen und Hals sind mit den Flammen des Bodens abgestimmt. Die Schnecke sehr gleichmäßig ausgebildet. Die Decke ist feinjährig und weißt durchaus Gebrauchsspuren auf. Der Lack ist Braun, eher unscheinbar aber am Boden wenigstens angenehm durchscheinend.
Für die Größe hat sie einen angenehmen Klang mit guter Ansprache in allen Lagen.
Der Zettel lautet in ausgesprochen großer lateinischer schwungvoller Handschrift: M.E. Mayerosch. Dresden.1902.
Bei Bedarf spiele ich diese Viola in Kammermusikbesetzungen durchaus auch ebenbürtig mit anderen professionellen Streichinstrumenten.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Riedel


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