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 Betreff des Beitrags: Geige Schuster Co mit Stradivarikopf
BeitragVerfasst: Mo 28. Jan 2019, 13:44 
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Registriert: Sa 26. Jan 2019, 14:04
Beiträge: 2
Hallo,
habe meine Sammlung Vogtländischer und Böhmischer Geigen um eine Schuster-Geige von 1926 erweitert. Ungewöhnlich ist die fehlende Schnecke, die durch einen geschnitzten Kopf ersetzt wurde mit der rückwärtigen Schrift " Stradivarius". Dazu stellen sich mir zwei Fragen :
1. Welche Bedeutung hat die Krone hinter dem Firmenzeichen ? Im Netz habe ich versch. Erklärungen gefunden, u.a. sollen die besseren Geigen mit diesem
Kronenstempel versehen worden sein ( Meistergeigen). Gibt es noch andere Erklärungen bzw. kann diese Aussage bestätigt werden ?
2. Gibt es Erklärungen für die Verwendung des Kopfs anstatt der Schnecke bzw. lassen sich Rückschlüsse auf bestimmte Geigenbauer machen, zumal Schuster Co ja eine Manufaktur war.

Grüße Herbert


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Dateikommentar: Geigenzettel Schuster Co 1926
Schuster Zettel2.gif
Schuster Zettel2.gif [ 12.47 KiB | 280-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Stradivarikopf Geige Schuster hinten
Schuster Kopfh2.jpg
Schuster Kopfh2.jpg [ 19.06 KiB | 280-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Stradivarikopf Geige Schuster vorne
Schuster Kopfv2.jpg
Schuster Kopfv2.jpg [ 57.08 KiB | 280-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: Di 29. Jan 2019, 14:41 
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Registriert: Mi 25. Aug 2010, 9:49
Beiträge: 60
Wohnort: Trostberg Obb
Hallo, vielleicht ist ein Teil Deiner Frage zur Signatur/Krone damit beantwortet: Am 19.Dez 2009 hat Stelol die Frage nach einer Signatur beantwortet: Thema: "Wer kann uns dazu etwas sagen", Rubrik: "Vogtlandgitarren ..." .
Der geschnitzte Kopf (statt Schnecke) konnte gegen Aufpreis (damals 25.- bis 50.-) extra bestellt werden, nach einem bestehenden Muster oder nach eig. Vorlage soweit ich weiß. LG hinnerk


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BeitragVerfasst: Di 29. Jan 2019, 16:52 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Herbert,

als Ergänzung vielleicht noch dies. Dr. Enrico Weller schreibt in seinem sehr empfehlenswerten Buch "Der Blasinstrumentenbau im Vogtland von den Anfängen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts" Markneukirchen 2004, GEIGER- VERLAG, Horb am Neckar auf Seite 245 sinngemäß, daß die Firma von mehreren sächsischen Königen bzw. Kronprinzen besucht wurde. Darin zeige sich die "einzigartige Stellung der Firma innerhalb Sachsens". Außerdem: "In diesem Zusammenhang ist die Einführung der Kronen- Schutzmarke ... zu sehen."

Ich bin mir dabei nicht sicher, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß die sächsische Krone nicht ohne Genehmigung verwendet werden durfte, die Firma wird also stolz darauf gewesen sein. So kann ich mich auch an keine Zettel der Firma ohne Krone erinnern. Damit dürfte die Frage nach Verwendung nur bei besseren Geigen beantwortet sein.

Soviel ich weiß, wurden in der Firma im Gegensatz zu Blasinstrumenten keine Geigen gefertigt, sondern nur aufgekauft, sehr wahrscheinlich auch beauftragt, und dann gehandelt. In den Anfangsjahren hatte man wohl sogar eine eigene Schneidemühle zur Versorung der Lieferanten mit Instrumentenholz. Was hinnerk zu dem Menschenkopf schreibt (eigene Vorlage), ist für mich neu, aber warum nicht. DEN Erbauer daran festzumachen ist sicher aussichtslos. Vielfach wurden die Instrumente ja auch arbeitsteilig hergestellt.

Schöne Grüße

Udo


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BeitragVerfasst: Di 29. Jan 2019, 22:55 
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Registriert: Sa 26. Jan 2019, 14:04
Beiträge: 2
Hallo,
damit ist das Geheimnis der "Kronengeigen von Schuster " gelüftet. Ich gehe auch davon aus, dass die Verwendung der Krone eine besondere Auszeichnung für den Betrieb bedeutet. Wir kennen dies ja von anderen Fürstenhöfen, wo bestimmten Lieferanten der Titel als Hoflieferanten o.ä. zugesprochen wurde. Es hat aber definitiv offensichtlich nichts mit der Qualität des Produkts zu tun, wie fälschlicher Weise im Netz behauptet wurde. Gleichwohl haben einige des hellen Schustergeigen einen guten Ruf hinsichtlich ihres Klangs wie ich dem Netz entnehmen kann, obwohl sie "nur" Massenfertigung sind.

Die Begründung der Verwendung des Kopfs anstatt der Schnecke klingt plausibel. Ich kannte bisher nur Geigen mit Löwenkopf von Mittenwald bzw. Böhmen.
Wusste nicht, dass dies auch in Markneukirchen usus war.

Ich bedanke mich für die fundierten Antworten aus dem Forum.

Grüße Herbert


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