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 Betreff des Beitrags: Geigenbauer L f K
BeitragVerfasst: So 21. Apr 2019, 10:04 
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Registriert: So 21. Apr 2019, 9:15
Beiträge: 2
Hallo zusammen,

seit etwa einem Jahr spiele ich eine Geige, von der ich glaube, dass sie aus dem sächsischen Raum stammt.

Im Inneren gibt es mit Bleistift zwei Inschriften. Es handelt sich bei beiden um die Buchstaben L f K, wobei ich mir bei dem kleinen f aber nicht ganz sicher bin. Die eine Inschrift befindet sich unter dem F-Loch, wo sich häufig ein Zettel befindet. Die andere, die mir älter zu sein scheint und die in größeren Buchstaben geschrieben ist, wurde ebenfalls auf der Innenseite des Bodens notiert, allerdings weiter oben. Wenn ich geschickt mit der Taschenlampe umgehe, kann ich sie sehen, kann sie aber nicht fotografieren. Bei diesem Schriftzug bin ich mir noch unsicherer, was das "f" angeht.

Kennt vielleicht jemand eine Manufaktur oder einen Geigenbauer, der diese Art der Kennzeichnung verwendet hat?

Noch einige zusätzliche Infos zur Geige:

Der Wirbelkasten wurde an mehreren Stellen repariert. Die Löcher sind ausgebuchst, die Schicke angeschäftet. Die Decke ist aus mitteljähriger Fischte, der Boden ist geflammter Ahorn.
Die Schnecke finde ich sehr schön gestochen, allerdings zeigt sie Unregelmäßigkeiten und ist nicht 100-prozentig symmetrisch.
Der Bassbalken scheint mir erneuert worden zu sein. Das Holz sieht verhältnismäßig jung aus und der Balken sitzt extrem eng am F-Loch.


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IMG_20190207_221422788.jpg
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 Betreff des Beitrags: Re: Geigenbauer L f K
BeitragVerfasst: Sa 04. Mai 2019, 21:36 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Sehr geehrte/r Frau oder Herr Bb7b5,

Bleistiftsignaturen wurden kaum von einem Erbauer angebracht. Manchmal findet man an verborgener Stelle einen Leitspruch o.ä. mit Bleistift geschrieben, aber wenn schon kein Zettel oder/und Brandstempel verwendet wurde, dann hat der Erbauer mit Tinte oder Tusche direkt auf das Holz geschrieben, was aber auch nur in wenigen Fällen geschah.

Ich nehme eher an, daß sich da ein Besitzer "verewigt" hat, eventuell noch ein Reparateur, dann aber auch da eher ein Laie. Doch bestimmt kann ich das natürlich nicht sagen. Vor kurzem ist mir eine Violine untergekommen, in deren Decke sich einer ausgelassen hat, wie sehr er das Instrument doch verbessert hätte - es ist aber völlig ruiniert, das nur mal nebenher, weil ich mich so sehr darüber geärgert habe.

Was die Buchstaben betrifft, so lese auch ich ein L und ein K (wobei ich zuerst an das handschriftliche deutsche B gedacht hatte, aber da würde das K dann anders geschrieben). Der Krakel dazwischen ist allerdings mysteriös. Ich habe das Bild mal ein wenig nachbearbeitet, da kommen zwei "Arme" zum Vorschein, die mich an einen mexikanischen Kaktus denken lassen, hm. Aber vielleicht hat tatsächlich ein Besitzer durch das F-Loch geschrieben und ist dabei mit dem Bleistift abgerutscht... Oder ob das ein nicht-lateinisches Schriftzeichen ist?Bild

Sind die Buchstaben weiter innen auch mit Bleistift geschrieben, oder könnte das ein Brandstempel sein?

Die Beschreibung des Instrumentes ist so, daß sie bestimmt zu 30% aller älteren Violinen passen könnte.

Und wieder einmal mein Rat - gehen Sie zum Geigenbauer Ihres Vertrauens, gern auch hier im Vogtland. Der wird mit dem Instrument in Händen vielleicht mehr sagen können. Anhand dieses Bildchens und der Beschreibung ist nicht mehr drin.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Kretzschmann


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 Betreff des Beitrags: Re: Geigenbauer L f K
BeitragVerfasst: Di 07. Mai 2019, 14:27 
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Registriert: So 21. Apr 2019, 9:15
Beiträge: 2
Erstmal vielen Dank für die Antwort.

Ich denke nicht, dass es sich bei der größeren Beschriftung um einen Brandstempel handeln könnte. Dazu ist die Schrift zu unregelmäßig. Ich denke, dass es sich auch dabei um eine Bleistift-Signatur handelt. Die Buchstaben sind in einer ähnlichen Schriftart ausgeführt, allerdings wirkt die Beschriftung älter. Das "f" - oder was auch immer das zwischen dem L und dem K ist - scheint mir bei der größeren Inschrift noch rätselhafter. Es sieht fast wie ein "s" aus. Mir ist noch in den Sinn gekommen, dass es sich evtl. um ein &-Zeichen handeln könnte, also die Inschrift vielleicht L&K bedeutet. Was meinen Sie?

Was den Gang zum Geigenbauer angeht: Von dem wurde mir empfohlen, mich an das Musikinstrumentenmuseum zu wenden, wo man mich wiederum an das Forum verwiesen hat. Damit schließt sich Kreis.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geigenbauer L f K
BeitragVerfasst: So 02. Jun 2019, 19:20 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 451
Wohnort: Markneukirchen
Guten Abend,

bin heute zufällig wieder einmal in unserem Streichinstrumenten-Forum unterwegs und habe eine Idee für "L & K". Es könnte sich um die Firma Lederer und Kreinberg handeln. Eine Markneukirchner Handelsfirma, die - glaubt man ihren Annoncen - auch selbst Streichinstrumente gebaut hat.

Viele Grüße

E. Weller


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Lederer & Kreinberg (AB 1913 S. 54) Trademark a.jpg
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