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BeitragVerfasst: Fr 02. Mär 2012, 17:51 
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Registriert: Fr 02. Mär 2012, 17:19
Beiträge: 3
Guten Tag Herr Weller,

ich habe ein Alt Saxophon der Marke Hüller. Die Seriennummer ist die 46653 mit einem L als Zusatz. Zusätzlich kann ich noch eine 1 in einem Dreieck ausmachen. Darunter steht auch noch etwas, aber das lässt sich leider nicht mehr lesen. Auf einer der Klappen ist noch zusätzlich D.R.G.M. und die Nummer 1073082 angegeben. Könnten Sie mir vielleicht was zu dem Alter sagen. Das wäre toll. Es hat bereits 880 Schwingungen, also vermutlich eher nach 1939?

Vielen Dank und viele Grüße im Voraus,
Manuela Martin


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BeitragVerfasst: Fr 02. Mär 2012, 20:54 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 475
Wohnort: Markneukirchen
Liebe Manuela,

leider gibt es von der Firma Hüller keine Seriennummern-Aufzeichnungen. Das musste ich hier im Forum schon des Öfteren schreiben, so dass wir Hüller-Instrumente nur grob anhand einiger sicher überlieferter Nummern der 1930er Jahre in ein Vorher oder Nachher einordnen können.

Demnach wäre Ihr Saxophon nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Ihr Instrument liefert aber noch weitere bemerkenswerte Anhaltspunkte. Die 1 im Dreieck dürfte das Gütezeichen „1“ für den Weltmarktstandard darstellen (also eher die Mittelklasse, über der es noch das „Q“ für die Spitzenqualität, später noch im Kunsthandwerk das „K“ = Künstlerinstrument). Vergleichen Sie die Darstellungen hier: http://watch-wiki.org/index.php?title=G ... en_der_DDR

Ihr Saxophon wird also aus den 1950er oder 1960er Jahren stammen, als die Firma Hüller noch überwiegend privat war, daher einerseits auf ihr DRGM aus dem Jahre 1929 verwiesen hat, aber andererseits die staatlich vorgegebenen Gütezeichen für Industrieprodukte verwenden musste. Die D-Resonanzklappe hat man übrigens noch 1966 angeboten und bestimmt auch bis zur Einstellung der Saxophonproduktion gefertigt.

Vielleicht können Sie ein Foto der Gravuren und der Nr. hier einfügen? Das würde meine Aussagen noch besser verdeutlichen und die Saxophon-Fans hätten noch mehr davon. Uwe Ladwig überarbeitet gerade sein Buch, da sind solche Informationen sehr hilfreich.

Mit freundlichen Grüßen
E. Weller


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BeitragVerfasst: Sa 03. Mär 2012, 0:19 
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Registriert: Fr 02. Mär 2012, 17:19
Beiträge: 3
Hallo Herr Weller,

vielen Dank, dass Sie so schnell geantwortet haben. Gerne stelle ich ein paar Bilder ein.

Aber wie 60er sieht es nicht aus. Können Sie da anhand der Bilder noch was erkennen?

Vielen Dank und viele Grüße,
Manuela


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Dateikommentar: Hüller D.R.G.M.
Hüller 003.jpg
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Dateikommentar: Hüller Seriennummer
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Dateikommentar: Hüller Altsax
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BeitragVerfasst: Sa 03. Mär 2012, 0:32 
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Registriert: Fr 02. Mär 2012, 17:19
Beiträge: 3
...und hier noch die Gravur und andere...

Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende:-).


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Dateikommentar: Bechergravur 1
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Dateikommentar: Angabe der Schwingungen
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Dateikommentar: Bechergravur 2
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BeitragVerfasst: Sa 03. Mär 2012, 13:36 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 475
Wohnort: Markneukirchen
Liebe Manuela,

vielen Dank für die Bilder. Ich denke, dass sich an den Hüller-Saxophonen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr so viel geändert hat, der Schwerpunkt verlagerte sich seinerzeit mehr und mehr zum Fagott, welches ab 1975 ausschließlich hergestellt wurde (neben einer verbleibenden kleinen Böhmflötenproduktion.) Die 1966 angebotenen Saxophone hatten auch noch einen innen „goldimitierten“ Becher.

In den 1950er Jahren dürfte ihr Instrument aber gut aufgehoben sein. Dafür spricht auch die Seriennummer. Eine Jahresproduktion von mehr als 1000 selbstsignierten Instrumenten, wie wir das für die 1930er Jahre bei Hüller annehmen dürfen, ist da schon auszuschließen. Aber das bleibt alles ein bisschen Spekulation, wenn sie z. B. von der Nr. 38277 des Jahres 1938 weiterrechnen, den Ausfall durch Krieg und Nachkriegszeit irgendwie mit verrechnen. Immerhin setzt das Gütezeichen „1“ die untere Grenze auf 1950, das ist für mich eine wunderbare Erkenntnis.

Herzliche Grüße
E. Weller


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BeitragVerfasst: Sa 03. Mär 2012, 16:51 
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Registriert: So 02. Nov 2008, 9:48
Beiträge: 52
Liebe Forenfreunde,
von mir noch ein paar kleine Ergänzungen zu Hüller-Alt-Saxophonen.
Laut Katalog wurden in den 30`er Jahren zwei Modelle angeboten.
Modell "RABP" und das Modell "1928" in verschiedenen Ausführungen.
Form und Klappenanortnung waren fast identisch mit den späteren Modellen.
Ich selbst spiele ein Alt von Hüller, welches baugleich mit dem von Manuela vorgestellten
Instrument ist. Resonanzklappe mit D.R.G.M. Stempel und die Gravur täuschend ähnlich.
Mein Instrument hat die Nr.30786 und ein "W" unter der Nummer, hat aber noch die 870 Stimmung.
Mit einem neuen, kürzeren s-Bogen leistet es noch gut Dienste in der heutigen Stimmungshöhe.
Das "W" wurde hier noch nicht besprochen, was könnte es bedeuten?

Mit freundlichen Grüßen - Beroge


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Hüller.jpg
Hüller.jpg [ 77.16 KiB | 4656-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: Mo 12. Mär 2012, 15:41 
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Registriert: So 02. Nov 2008, 9:48
Beiträge: 52
Dr. Enrico Weller hat geschrieben:
Zum „R“ nach der Seriennummer passt als einziges „Rapo“,
Was wir mit dem „L“ machen, das es hier vorgestern bei der Nr 46653 gab, weiß ich nicht.

Es gab Modelle wie " Hüller", „Melodia“, „Artist“, „Imperial“, „Orpheus“ und noch ein paar mehr.

Das "W" wurde hier noch nicht besprochen, was könnte es bedeuten?

Hab nochmals ein Bild angehängt. Vielleicht hilft Kommissar Zufall die Zusatzbuchstaben unter der Instrumentennummer noch ein wenig näher zu deuten.
Vom Bild nicht täuschen lassen, das Sax hat noch die Orginalversilberung unter dem
etwas abgeblätterten Goldlack und vernickelte Klappen, eben im Zeitgeschmack der letzten Jahrzehnte.


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