Richard Hieber

Moderatoren: Dr. Enrico Weller, Mario Weller

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dszy
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Richard Hieber

Beitrag von dszy »

Guten Tag. Ich bin auf der Suche nach Informationen über Richard Hieber. Er hat wohl in Markneykirchen Blechblasinstrumente gebaut.
Gibt es Jaheszahlen? Welche Typen hat er gebaut (in meinem Fall ist es ein Böhmisches/Wiener Horn mit Drehventilen).
Wo hat er gelernt? Wer hat bei ihm gelernt?
Usw.

Vielen Dank im Voraus!
Grüße aus Washington
D. Szymanowski

iaheber
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Re: Richard Hieber

Beitrag von iaheber »

Meinen Sie vielleicht Richard Heber?
Einige Informationen auf meiner uralten Website www.normaphon.com.

Do you mean Richard Heber by any chance? If yes, please take a look at my website www.normaphon.com. It is very outdated though, I'm afraid.

dszy
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Re: Richard Hieber

Beitrag von dszy »

Vielen Dank, das war der entscheidende Hinweis.

Auf Ihrer Webseite bin ich schnell fuendig geworden, es handelt sich um dieses http://normaphon.space4free.net/wald2.jpg Model.
Haben sie eventuell die PDF datei mit dem Katalog noch? Das waere hoechst interessant.

Vielen Dank und viele Gruesse
D. Szymanowski

iaheber
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Re: Richard Hieber

Beitrag von iaheber »

Schön, dass ich weiterhelfen konnte!
Herr Weller kann Ihnen vielleicht noch mehr zu dem Instrument sagen. Ich bin da Laie.

das PDF habe ich noch, aber kann gerade nicht darauf zugreifen. Wenn Sie sich noch ein paar Tage gedulden, sende ich es Ihnen gerne!

intune
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Re: Richard Hieber

Beitrag von intune »

es gibt zwei Heber die infrage kommen:

oskar richard heber - gest.1938
und
richard rudolf heber - gest. 1965

iaheber
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Re: Richard Hieber

Beitrag von iaheber »

wahrscheinlicher ist Richard Oskar. Rudolf Richard hat nach dem Krieg zwar wieder in Oldenburg Blasinstrumente gebaut, allerdings weniger und auch zusätzlich im Bereich Akkordionstimmtische. Auch das Bild oben von meiner Website stammt von vor dem Krieg.

Mario Weller
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Re: Richard Hieber

Beitrag von Mario Weller »

Werte Frau / werter Herr Szymanowsky,

man sollte davon ausgehen, dass dieses Horn von Oskar Richard Heber gebaut wurde. Ich schätze das Foto und das Instrument auf ein Alter zwischen 1900 bis 1920.
Es hat nichts mit einem "böhmischen Horn" und schon gar nichts mit einem "Wiener Horn" zu tun. Es ist ein klassisches, in dieser Art häufig gebautes F-Horn. Aber im Prinzip eine "Leipziger Bauweise" (nach H. Heyde) mit Leipziger Spiralfederdruckwerk.

Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller

dszy
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Re: Richard Heber

Beitrag von dszy »

Vielen Dank für die vielen Hinweise.

@Herrn Weller: Vielen Dank für die Erklärung des Bautypus. Wie unterscheidet sich die Leipziger Bauweise von den, optisch für mich ähnlichen böhmischen Hörner mit F Bogen, z.B. diesem hier: http://stefan-blonk.com/en/hoorns/krysv ... rond-1890/ oder diesem hier http://stefan-blonk.com/en/hoorns/scham ... g-f-hoorn/ ?
Ich war in dem Glauben, dass alle Ventilhörner mit F-Bogen, welche eine weitere Mensur als die Wienerhörner aufzeigen in diesen Typus Fallen.

Gibt es ausser der Leipziger, Köllner, Böhmischen, Französischen und Wiener Bauweise noch andere wesentliche Bauformen des einfachen F Horns?

Vielen Dank und viele Grüße
D. Szymanowski

Mario Weller
Metallblasinstrumentenbaumeister
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Re: Richard Hieber

Beitrag von Mario Weller »

Werte Frau / werter Herr Szymanowsky,

Sie haben schon Recht und auch die geläufigsten, vorherrschenden Bauarten von Hörnern (speziell dem F-Horn) genannt. Es gibt viele Details welche ein Horn einer dieser Bauformen / Traditionen zuzuordnen lassen. Hier alle Unterschiede zu nennen sprengt den Rahmen, dafür wäre Ihnen bei intensiverer Beschäftigung mit dem Thema entsprechende Fachliteratur zu empfehlen. Nur so viel: in die Leipziger Bauweise fallen (F-) Hörner mit den heute noch typischen großen Ventilschlaufen am 1. und 3. Ventil. Dies ist (nach H. Heyde) Leipziger Ursprungs. Wenn Sie die Kölner mit der Leipziger Bauweise vergleichen, wird Ihnen auch die um 180° "gedrehte" Maschine auffallen. Dazu aber ein sog. Leipziger Druckwerk, also ein Spiralfederdruckwerk mit "Schwanenhals"-Drückern. Natürlich gibt es Vermischungen, z.B. im Prinzip die Leipziger Bauweise, dazu aber ein (böhmisches) Trommeldruckwerk, wenn es hoch kommt dann noch Berliner oder Dresdner Stützen. Solche Hybriden finden sich aller Orten und machen die Zuordnung zu einer Werkstatt oder einer Region oftmals nicht leichter, im Gegenteil, sie erschweren eine genaue Datierung und die Suche nach der Herkunft enorm.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller

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