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 Betreff des Beitrags: B Tuba Weltklang, dünnes Messing
BeitragVerfasst: So 08. Apr 2018, 0:43 
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Registriert: Sa 07. Apr 2018, 23:59
Beiträge: 4
Hallo,
ich habe eine Weltklang B Tuba bekommen, mit der Nr. 73581
Weiß jemand das Hersteller Jahr und das Modell der Tuba?
Bei den Weltklang Modellen (oder Nachbauten) die mir bisher untergekommen sind, war die Mensur
des Stimmzuges (maschinenseitig) 21 mm und die Züge hatten 19 mm.
Auch lag das Gewicht (bei einer Lönge von ca. 110 cm) ziemlich einheitlich bei 9,4 kg

Bei meiner neuen (alten) Weltklang ist der Stimmzug 22 mm und die Züge 20 mm. Außerdem
hat sie bei einer Länge von ca. 110 cm nur ein Gewicht von 8,5 kg. Was bedeutet,
daß dass Messing ziemlich dünn ist. Die Klangeigenschaften sind, vermutlich auch dadurch, hervorragend. Ich habe nun schon auf etlichen Tuben gespielt, aber so wie Töne da am Korpus
nachschwingen, das habe ich bisher noch nie erlebt. Ein wunderbarer weicher aber auch zentrierter
Klang, mit phantastisch leichtem Ansatz.
Sie macht klanglich fast meiner guten Alex (B Tuba 164) Konkurrenz. Auch die hat sehr dünnes Messing
und ganz besondere (von anderen Tuben unterscheidbare) Klangeigenschaften. Das hatte ich so nicht erwartet.

Wer mir bei bei meiner Recherche behilflich sein kann, dem danke ich im voraus.

Ratzionaler


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BeitragVerfasst: So 29. Apr 2018, 7:48 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 1041
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Ratzionaler Tubaspieler,

Entschuldigung, dass Sie so lange auf eine Antwort warten mussten. Es war einfach viel zu tun und keine Zeit, in die Bücher Einsicht zu nehmen. Ihre Tuba wurde im November 1971 fertiggestellt, die damalige Modellbezeichnung lautete Modell Nr. 103 (in Messing, mit Spiralfederdruckwerk).

Hersteller der Weltklang-Tuben war der VEB B & S am Standort Werk II in Klingenthal. Hier über B & S zu schreiben würde aber zu weit führen und finden Sie auch schon mehrere Beiträge hier im Forum. Da in der Tuba-Abteilung mehrere Fachleute arbeiteten, haben die jeweiligen Arbeiter ihre Instrumente auch noch einmal extra gekennzeichnet, um sie auseinander zu halten und später einmal der jeweiligen Werkbank zuordnen zu können. Es müsste sich also in der Oberzwinge (am Mundrohr) evtl. noch ein Buchstabe, eine Zahl oder ein sonstiges Kennzeichen befinden.

Es freut mich, dass Sie mit Ihrer alten Weltklang-Tuba zufrieden sind. Ein gewisser Trend diese wieder aus dem Keller zu holen, scheint gerade im Gang zu sein.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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BeitragVerfasst: So 06. Mai 2018, 13:13 
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Registriert: Sa 07. Apr 2018, 23:59
Beiträge: 4
Sehr geehrter Herr Weller,
ganz lieben Dank für die Informationen! Ich freue mich jeden Tag auf die Übzeiten mit meiner (wie ich nun weiß) Weltklang Tuba, Model 103!
Es ist doch schön wenn Tubisten von heute diese gutklingenden (und noch bezahlbaren) Instrumente, hergestellt in alter DDR Fertigung, für sich neu entdecken. Diese Qualität an Klang und Verarbeitung findet man bei der asiatischen Billigfertigung sicherlich äußerst selten bis gar nicht.

Beste Grüße, Ratzionaler

P.S. An der Oberzwinge (am Mundrohr) habe ich tatsächlich noch ein paar Zeichen gefunden, so Schrägstriche und Punkte.


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BeitragVerfasst: Di 08. Mai 2018, 10:07 
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Registriert: Di 13. Feb 2018, 8:08
Beiträge: 1
It is good to know about instruments and their working style through this post. Keep it up.

_________________
Tenor Horn Tutor


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BeitragVerfasst: Fr 11. Mai 2018, 9:17 
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Registriert: Sa 07. Apr 2018, 23:59
Beiträge: 4
Als Ergänzung zum Thema passt gut die Aussage des bekannten Dirigenten und Solotubisten Walter Hilgers, der in einem Artikel die klanglichen Vorzüge von älteren Tuben allgemein (wegen des dann dünnen Messings) hervorhebt. Walter Hilgers, vielen Tubisten natürlich bekannt durch seine eigene Tuba- und Tubamundstückreihe sowie CD Einspielungen, erklärt:

„Das Besondere an meinen Instrumenten ist, dass ich immer alte Instrumente spiele. ... Ich finde es klasse, sie wieder zum Leben zu erwecken. Diese Instrumente sprechen eine ganz eigene Sprache – da ist Leben drin. Durch die vielen Reparaturen und Überholungen wird das Material dünner und schwingt besser. ... Man muss bei solchen Instrumenten natürlich die Maschinen ändern, da sie nicht mehr auf dem technischen Stand von heute sind, das ist eigentlich kein Problem. Den Korpus versuche ich möglichst so zu erhalten, wie er ist.“

In diesem Sinne: ein Hoch auf die älteren Blechblasinstrumente!

Ratzionaler


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