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 Betreff des Beitrags: Zimmermann French Horn
BeitragVerfasst: Mi 21. Mai 2008, 12:08 
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Registriert: Di 20. Mai 2008, 12:58
Beiträge: 2
To Whom it May Concern:

I have a French Horn with the following marking:
Jul. Heinr. ZIMMERMANN
Leipzig Berlin
Markneukirchen
Eigenis Fabrikat
MARKE
(image of man with ax and saw)
No. 2544
Made in Germany
Its design is like the Schmidt French Horns (F & Bb with three rotary valves and one piston valve).

Any information will be appreciated,i.e. when was it made? who made it? were the parts all made by Zimmermann or were some purchased elsewhere? I've never encountered another in the US, is this a rare instrument?

Thank you in advance for your assistance,

David L. Mosley
Louisville, Kentucky USA


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 Betreff des Beitrags: Re: Zimmermann French Horn
BeitragVerfasst: Mi 04. Jun 2008, 21:34 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 1121
Wohnort: Markneukirchen
Werter Herr Mosley!

Vielen Dank für Ihre Anfrage und Entschuldigung, dass Sie erst jetzt Antwort erhalten.

Zur Geschichte der Firma teile ich Ihnen folgendes mit:

Julius Heinrich Zimmermann
-geboren am 22.09.1851 in Sternberg / Mecklenburg
-gestorben am 25.04.1922 in Berlin
-Gründung der eigenen Firma im Jahre 1875 in St. Petersburg
-als erstes Geschäftsfeld ist der Musikinstrumentenhandel genannt
-später ist er Holzblasinstrumentenmacher, Schlagzeugmacher und Streichinstrumentenmacher genannt, wobei er wohl selbst nie Instrumente anfertigte, sondern nur damit handelte
-1882 ist Zimmermann exklusiver Lieferant der russischen Armee
-im Jahre 1886 verlegt er seinen Stammsitz nach Leipzig / Deutschland (Querstraße 26 / 28)
-etwa um 1882 / 1885 eröffnet er in Moskau / Russland eine Filiale
-1897 eine Filiale in London, 1903/05 in Riga und 1919 in Berlin (Jägerstraße 25)
-seine Filiale in Markneukirchen / Sachsen (Klingenthaler Straße 858 und 880) eröffnet er um 1918/20
-als Marken verwendete er u.a. „Cantophon“ und „Fortuna“
-seine Firma nennt sich offiziell: „Jul. Heinrich Zimmermann G.m.bH. - Fabrik und Handel“
-nach seinem Tod sind im Jahre 1925 seine beiden Söhne August Zimmermann und Wilhelm Zimmermann aus Leipzig als Geschäftsführer verzeichnet
-in einer Werbung 1925 heißt es: „Hochwertige Streich- u. Zupfinstrumente in preiswerter Güte * Spezialität: Tropische Instrumente aller Art, Balalaikas und Domras * Messingblasinstrumente höchster Qualität Marke Zimmermann, Flöten, Klarinetten, Oboen, Fagotte, Angebot bereitwilligst.“


Zu Ihrem Doppelhorn teile ich folgendes mit:

Es handelt sich, wie Sie richtig beschrieben haben, um ein Doppelhorn mit 3 Zylinderventilen, sowie einem Perinet-Umschaltventil. Dieses Horn wurde in den Jahren 1899/1900 von C.F.Schmidt in Berlin, vormals in Weimar ansässig, entwickelt und ist als „Modell Schmidt“ nach seinem Erfinder benannt.
Nach bisherigem Allgemeinwissen wurde es im Vogtland von August Knopf, Markneukirchen / Vogtl. gebaut (Heyde, 1987). Meine eigenen Recherchen der letzten Jahre ergaben aber zusätzlich, dass auch die Firma Robert Piering in Adorf / Vogtl. das Modell Schmidt anfertigte.
Da nun Zimmermann Filialen sowohl in Berlin als auch in Markneukirchen besaß, kann Ihr Doppelhorn von allen drei Herstellern sein. Oder aber auch von einem noch nicht mit Zimmermann in Verbindung gebrachten Metallblasinstrumentenmacher.
Fakt ist, dass Schmidt ebenso wie seine vogtländischen Konkurrenten Knopf und Piering seine Zulieferteile aus Markneukirchen bezog. So verwendeten alle drei Werkstätten Zylindermaschinen der Firma Martin Peter und Schallstücke von William Voigt.

Anhand von Fotos besteht eventuell die Möglichkeit den Hersteller Ihres Instruments zu bestimmen, bzw. andere auszuschließen.

Können Sie Fotos an das Forum senden?

The english translation coming soon


Literatur:

1. „Das Ventilblasinstrument“, Herbert Heyde, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1987: Seite 74, 182-184, 201, 202, 215, 233, 236, 283 f.

2. „The New Langwill Index“, William Waterhouse, Published by Tony Bingham, London 1993: Seite 356, 357, 444

3. Mario Weller; eigene Aufzeichnungen zum Metallblasinstrumentenbau im Vogtland von 1900 bis zur Gegenwart


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 Betreff des Beitrags: Re: Zimmermann French Horn
BeitragVerfasst: Mi 04. Jun 2008, 21:46 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Are you able to understand this?
It is to much and to late to translate this all tonight.
I wish you a good night! :sorry: :angel:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zimmermann French Horn
BeitragVerfasst: Do 11. Dez 2008, 17:13 
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Registriert: Di 20. Mai 2008, 12:58
Beiträge: 2
Herr Eichler:

Many thanks for your detailed response to my inquiry and my apologies for being so slow to respond. Yes, I can send pictures. I am not, however, able to translate all of the German in you message. Might you summarize the second part of the reply, about my horn specifically, in English?

Happy Holidays.

David


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 Betreff des Beitrags: Re: Zimmermann French Horn
BeitragVerfasst: So 14. Dez 2008, 17:56 
Offline
Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Hello David,

this is the translation . Can you tell me how to say in English "Perinet Umschaltventil" changing valve?
(By the way, Heidrun is a name of a girl).

Best regards
Heidrun


Please see below some information about your doublehorn:

As you already described, your doublehorn has 3 cylinder valves as well as one perinet changing valve (?). The horn was developed in 1899/1900 in Berlin by C.F. Schmidt, formerly based in Weimar. It is kown as “Modell Schmidt” and named after its inventor.
It was made in the Vogtland from August Knopf, Markneukirchen/Vogtl. (Heyde, 1987). My researches of the past years show that the company Robert Piering in Adorf/Vogt. also made the “Modell Schmidt”.
As Zimmermann had branches in Berlin as well as in Markneukirchen your horn could be made by any of the three instrument makers or even by an instrument maker where the connection to Zimmermann is not known yet.
As a matter of fact Schmidt and also his competitors Knopf and Piering (both based in Vogtland) purchased all their vendor parts from Markneukirchen. All three workshops used cylinder machines from the company Peter Martin and bells from William Voigt.

If you send me a picture of your instrument I might be able to identify the instrument maker or exclude some others.


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