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BeitragVerfasst: So 11. Jul 2010, 13:13 
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Registriert: So 11. Jul 2010, 13:02
Beiträge: 1
Hallo,

Ich bin kein Banjo Fachmann und habe ein Musima Bajo 6 seitig erworben. Dies ist in einem schlechten Zustand und bin dabei es zu restaurieren. Ich muss einiges ersetzen was kein Problem dastellt, aber auch das Fell hat ein Loch. Nun meine Frage welche Fellgröße muss ich nehmen. Der Kessel hat einen Innendurchmesser von 19,5cm und einen Aussendurchmesser von 23cm.

Bild:
http://viewmorepics.myspace.com/index.c ... D=22723892

angeboten werden Remofelle von 10" - 11 1/8 ".... möchte das Banjo auch erst demontieren wenn ich weiss das ich ein Ersatzfell bekomme.
Na Ja, ich hoffe hier kann mir jemand helfen,

Danke

Dirk


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BeitragVerfasst: Di 13. Jul 2010, 16:04 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 511
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Dirk,

wenn ich nichts durcheinanderbringe, glaube ich gesehen zu haben, daß für Banjos die Felle ähnlich wie bei Tamburins naß auf den Ring aufgezogen wurden und die Damen, die das taten brauchten eine gehörige Portion Erfahrung, um die Felle schön gleichmäßig hinzubekommen. Die Felle waren dafür deutlich größer, als der Ring.

Die Felle kamen damals wohl aus der Trommelfabrik Weißenfels.

Vielleicht hilft das ja. Ich hätte aber ehrlich gesagt keinen Mut, diese Arbeit selber zu versuchen. Frag doch mal bei einem der Zupfinstrumentenbauer von der Liste.

Schöne Grüße

Udo


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 10:27 
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Registriert: Di 16. Okt 2007, 13:05
Beiträge: 54
Hallo Dirk,

da gibts einige wenige Versandhändler, z.B. Martins Musikkiste, die helfen können und eine bessere Auswahl an Fellen haben. Auf dieser Site:

http://www.banjoist.de/banjos/felle.htm

hat eine freundlicher Kollege einen Fellrechner bereitgestellt.

Die Montage ist nicht allzuschwer, man muss halt mit Geduld alle Schrauben gleichmäßig anziehen, immer eine halbe Drehung, damit das Fell gleichmäßig gespannt wird. Am Schluss braucht es Mut richtig Spannung drauf zu geben. Kunststofffelle halten viel aus, also kanckige Fellspannung, der Steg darf sich fast nicht eindrücken, sonst klingt das Banjo matschig.

Viel Spaß beim Schrauben,

Martin


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 10:40 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 511
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Martin,

habe ich mich da so getäuscht, oder wurden die Banjos (70er Jahre) auch mit Naturfellen gefertigt?

Gruß

Udo


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 18:06 
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Registriert: Di 16. Okt 2007, 13:05
Beiträge: 54
Hallo Udo,

Naturfelle auf Banjos sind wohl schon so lange verschwunden wie dieselben auf Trommeln. Ich besitze ein Owophon Banjo, wohl vor 1930, da ist noch ein Ring für das Naturfell dabei, es gibt auch noch Naturfelle, aber in der Praxis macht es kein Vergnügen, die Fellspannung ständig der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur anzupassen, immerhin sind 18 bis 24 Schrauben anzuziehen. Naturfelle machen eigentlich nur bei Trommeln die mit der bloßen Hand gespielt werden Sinn. Remo stellt inzwischen ein Kunststofffell her das ähnlich klingt, also nicht so knackig wie die dünnen Trommelfelle. Die Montage unterscheidet sich zwischen Kunst- und Naturfell nur dadurch, dass bei Kunstfell der Ring eingeschweisst ist und bei Naturfell (vorausgesetzt man findet einen Gerber oder Liferanten der die erforderliche Qualität erzeugt) das nasse Fell über den Ring gezogen werden muss. Dann kommt der Spannreifen drüber und los geht's. Beim Naturfell muss dann anschließend der Überschuss abgeschnitten werden. Das ist nur was für Puristen und Naturburschen, ich spiele nur Kunststofffelle, die halten ewig und die Stimmung muss auch nur gelegentlich nachjustiert werden.

So, jetzt bloß keine Banjowitze, ich kenne sie alle,

Martin


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 18:06 
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Registriert: Di 16. Okt 2007, 13:05
Beiträge: 54
Hallo Udo,

Naturfelle auf Banjos sind wohl schon so lange verschwunden wie dieselben auf Trommeln. Ich besitze ein Owophon Banjo, wohl vor 1930, da ist noch ein Ring für das Naturfell dabei, es gibt auch noch Naturfelle, aber in der Praxis macht es kein Vergnügen, die Fellspannung ständig der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur anzupassen, immerhin sind 18 bis 24 Schrauben anzuziehen. Naturfelle machen eigentlich nur bei Trommeln die mit der bloßen Hand gespielt werden Sinn. Remo stellt inzwischen ein Kunststofffell her das ähnlich klingt, also nicht so knackig wie die dünnen Trommelfelle. Die Montage unterscheidet sich zwischen Kunst- und Naturfell nur dadurch, dass bei Kunstfell der Ring eingeschweisst ist und bei Naturfell (vorausgesetzt man findet einen Gerber oder Liferanten der die erforderliche Qualität erzeugt) das nasse Fell über den Ring gezogen werden muss. Dann kommt der Spannreifen drüber und los geht's. Beim Naturfell muss dann anschließend der Überschuss abgeschnitten werden. Das ist nur was für Puristen und Naturburschen, ich spiele nur Kunststofffelle, die halten ewig und die Stimmung muss auch nur gelegentlich nachjustiert werden.

So, jetzt bloß keine Banjowitze, ich kenne sie alle,

Martin


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 19:14 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 511
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Martin,

Danke für die Erläuterungen, nun weiß ich aber immer noch nicht, ob mich meine Erinnerungen täuschen, oder in der DDR Banjo-Puristen gefragt waren ;-) ...

Und zu den Banjo-Witzen kann ich leider nichts beitragen. Ich bekomme höchstens mal von Kundschaft einen Bratscherwitz - per Nachtrag. Gerade heute: Warum die Brotbüchsen von Bratschern durchsichtig sind...

Beste Grüße

Udo


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 19:31 
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Registriert: Di 16. Okt 2007, 13:05
Beiträge: 54
Tut mir leid, ich habe in den 70ern noch kein Banjo angefasst, da war ich noch auf E-Gitarre unterwegs (und das nur im Wilden Westen). Karl-Heinz könnte es aber wissen, vieleicht schaut der ja mal wieder hier vorbei.

Und Warum sind die Brotbüchsen durchsichtig?

Ich schalt das Ding hier jetzt erstmal aus, also bis demnächst und bis dahin weiterhin frohes schwitzen,

Martin


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BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 20:25 
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Registriert: Do 25. Sep 2008, 19:28
Beiträge: 11
Wohnort: Markneukirchen/Vogtland Sachsen
Ich hatte bis vor kurzem auch ein Musima Gitarrenbanjo aus den 70er Jahren.
Hatte früher sehr gern drauf gespielt.
Es hat definitiv ein Kunststofffell.
Über die ganzen Jahre gab es kein Problem damit, mußte es nicht ständig nachspannen.
Gruß Sobby


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BeitragVerfasst: Do 15. Jul 2010, 9:16 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 14:06
Beiträge: 170
Wohnort: Erlbach
Hallo Sobby, Martind, Udo und Banjofans,

wie oft von mir, auch diesmal kein allzu wissenschaftlicher Beitrag. Passt aber irgendwie zum Thema Natur-/Kunststofffell. In den Jahren um 1975-77 hatte ich in Berlin als Arbeitskollegen Helmut Eggebrecht. Er hat von ca. 1974-76 bei der damals recht bekannten Gruppe "MTS" ("10 kleine Autofahrer" war wohl einer der größten Hits) Banjo, Waldzither usw. gespielt und war auch zeitweise im "Oktoberklub" (vielleicht nur "Ossis" bekannt). "Egge" hat von sich behauptet, dass er der Lehrer aller Banjospieler in der damaligen DDR war (natürlich nicht allzu ernst gemeint). Auf jeden Fall war er begeistert, wenn er ein Banjo mit Naturfell in die Hände bekam. Nach seiner Meinung war es eben der "ursprüngliche" Klang und diese Naturfelle gab es natürlich noch in den "70er" Jahren. Also Natur-, oder Kunststofffelle, ist wohl doch eine "Geschmackssache". Als kleine Anmerkung noch; aus dem weiteren Lebensweg von Eggebrecht könnte mann einen recht spannenden Film machen. Dies würde allerdings mehr in die "Ost-West-Geschichte" passen. Wer Interesse hat sollte mal recherchieren. Ist teilweise recht lustig und endet tragisch :goodn8:
Soweit mein unwissenschaftlicher Beitrag.

Viele Grüße aus dem schönen Vogtland

Hannes


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BeitragVerfasst: Do 15. Jul 2010, 12:53 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Ihr Lieben,

wollte auch meinen Senf dazu geben. Wie wäre es, wenn man sich bei einem Trommelhersteller erkundigt? Der weiß sowas bestimmt. Ruf doch mal bei Herrn Heberlein an:

Günter und Maria Heberlein
ORFF-Schlagwerke, Tambourinbau, Rahmentrommeln, Holzpauken, Teufelsgeigen
08258 Markneukirchen, Platten 34

Tel. 037422/45011

Er hat übrigens neulich ein Schlagzeug gebaut, wie es 1935 üblich war und zum 650. Stadtrechtsjubiläum ein riesiges Tambourin. Da musste wohl ein großes Kalb dran glauben ...

Viele Grüße
Heidrun


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BeitragVerfasst: So 22. Aug 2010, 20:59 
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Experte

Registriert: Mi 20. Jun 2007, 11:00
Beiträge: 541
Wohnort: Lohmar Hausen
Vielleicht mal einfach Günter Amendt fragen. Er weiß fast alles über Banjos:

http://www.banjoworld.de/index.html

Gruß,

STELOL

_________________
STELOL
STEfan LOb aus Lohmar
Ein Versuch die alten vogtländischen
Bezeichnungen wieder aufleben zu lassen!!!!!!

Im Netz unter http://www.schlaggitarren.de


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