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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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BeitragVerfasst: Di 03. Jul 2007, 18:09 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
Beiträge: 132
Liebe Heidrun,

dafür müssen Sie sich garnicht entschuldigen. Unter einem "Museum" versteht man ja Zeitgeschichte, die mitunter sehr weit zurückreicht. Das habt Ihr ja.

Wovon wir hier sprechen ist der Zeitabschnitt jetzt minus ca. 70-80 Jahre. Peanuts könnte man sagen.

Aber da ist viel bewegt worden und auf alle Fälle erhaltenswert. Wer sollte es tun, wenn nicht Sie! Bleiben Sie dran!

@ Stefan: Ich schrieb weiter oben schon (und das ist ein Fakt), dass DDR-Musiker die eigene Produktion nicht zu schätzen wussten.Das zieht sich über Instrumente hin bis zu Vermona. Das war nix!!! Es musste aus dem Westen sein, und wenn der teure Schrott noch so gammlig war: Mit einem abgetakelten Fender-Koffer und einer No-Name-Paula war man wer! Ich hab 76 angefangen und könnte dort Bände schreiben... 8)

Das "DDR-Zeug" flog vielfach weg.Leider. (und hinter vorgehaltener Hand: Es ist auch noch heute so...)

Erst seit einigen Jahren wird der Wert von "Ostgitarren", die ja mitunter auch Meister des Fachs handmade gebaut haben, wieder anders bewertet.

Heidrun, bleiben Sie dran,setzten Sie sich mit Ivan in Verbindung, der nicht nur viele Instrumente hat, sonder auch geschichtsintressiert ist. Das wird was. Da bin ich da!

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Di 03. Jul 2007, 18:35 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
ZITAT:

Also als erstes würde ich es nicht als E-Gitarren Geschichte bezeichnen sondern viel Interessanter ist meines Erachtens die Zeit davor und im besonderen die 40er und 50er Jahre wo in Markneukirchen ja vorwiegend "Archtopgitarren" oder besser in deutsch "Schlaggitarren" gebaut worden sind.
Gerade der frühe Schlaggitarrenbau ist im Vogtland überaus Interessant, da es zu dieser Zeit meisterhaft gebaute Instrumente gab was leider ab den 60er Jahren, sicherlich auch durch die Verstaatlichung der Betriebe, nicht mehr so oft der Fall war.
Ich bin der Meinung das sie in Ihrer Region noch auf einem nicht geborgenen Schatz sitzen und dieses Gitarren-Gebiet einfach vernachlässigt haben. Die größte Sorge die ich habe ist, das es wieder mal andere Leute aus Amerika, Kanada oder Japan sind, die das noch vor Ihnen entdecken obwohl sie an der Quelle sitzen! Aber das sei nur mal am Rande erwähnt und auch nicht böse gemeint sondern das ist einfach meine persönliche Einschätzung.
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Ich kann mich an meinen Nachbarn erinnern, der eigentlich Geigenbauer war und auch aus der Not heraus Gitarren gebaut hat. (Alfred Purde). Wir haben eine Konzertgitarre von ihm in unserer Sammlung. Er hat m.W. auch Schlaggitarren hergestellt. Das Problem ist wahrscheinlich wirklich, dass es darüber keine Unterlagen, keine Kataloge oder Fotos gibt. Wir werden nachsehen! Wenn man die Leute danach fragt, haben sie einem nichts zu sagen. Was sollen sie auch sagen?, Sie haben die Dinger halt gebaut, so wie in anderen Orten Kaffeemühlen gebaut wurden. Wollte damit nur sagen, die Geschichten, die hinter den Instrumenten stehen, sind wahrscheinlich nicht so umwerfend. Die Instrumentenbauer haben nur selten etwas aufgeschrieben. Es gibt Ausnahmen, wie z.B. Adolf Meinel, der Buch geführt hat und seine Instrumente auch nummerierte. Richard Jacob (Weißgerber) ist eine ganz große Ausnahme. Er hat seine Instrumente immer mit einem Zertifikat abgeliefert. Darüber haben sich die MIGMA-Angestellten immer belustigt - hätten sie mal die Zettel lieber abgeschrieben. Die Zertifikate haben die neuen Gitarrenbesitzer bekommen und wir wissen heute nichts mehr darüber.
Ich muss aber auch sagen, dass die Vogtländer von Haus aus zurückhaltend und bescheiden sind. Manchmal denke ich, dass die Instrumente deshalb auch schlechter bezahlt werden. Ist wieder ein ganz anderes Thema, deshalb höre ich jetzt damit auf.


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BeitragVerfasst: Di 03. Jul 2007, 19:01 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Zitat:

dafür müssen Sie sich garnicht entschuldigen. Unter einem "Museum" versteht man ja Zeitgeschichte, die mitunter sehr weit zurückreicht. Das habt Ihr ja.

Wovon wir hier sprechen ist der Zeitabschnitt jetzt minus ca. 70-80 Jahre. Peanuts könnte man sagen.


Ich sehe das nicht als Versäumnis, bin eher im Moment etwas hilflos und finde es sehr schade, dass ich meine Zeit für Sachen aufbringen muss, die eher langweilig sind. Das Problem ist wirklich, dass wir die Dinge, die in der unmittelbaren Vergangenheit liegen, für nicht so wichtig halten und sie nicht aufschreiben. Da reichen schon 20 Jahre, von 70-80 ganz zu schweigen.

Ich bring mal ein Beispiel aus meinem Privatleben: Vor 12 Jahren habe ich plötzlich festgestellt, dass meine Kinder (damals 10 und 12 Jahre) nicht wussten, wer Karl Marx ist. Sie waren beide überzeugt, er hätte Indianerbücher geschrieben.
Ich erzähle deshalb heute in der Führung den Kindern immer, dass wir die Trommel aus Mosambique von Erich Honecker bekommen haben und frage die Kinder, ob sie wissen, wer das ist. Die Viertklässler haben neulich schöne Antworten gegeben: ein Künstler, ein Schauspieler, ein Präsident aus Westeuropa, ein Mitarbeiter vom Museum...
Ich entlasse sie dann mit der Bitte, zu Hause nachzufragen und sich etwas über die DDR erzähen zu lassen.

Nun habe ich aber genug geplaudert und wünsche den heute wirklich eifrigen Forumsmitstreitern einen schönen Abend.

Heidrun


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BeitragVerfasst: Mi 04. Jul 2007, 8:14 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
Beiträge: 132
Liebe Heidrun,

über das Thema "Bildung" und deren Abarten kann man trefflich stundenlang philosophieren.

Und hilflos her oder hin: Sie haben den Stein nun mal ins Rollen gebracht. :lol:

Der grosse Vorteil so eines Forums ist ja, dass sich Menschen (zumindest virtuell) kennenlernen, die sich sonst nie begegnen würden. Wenn ich mir lordbizarres alias Ivans Seite anschaue, hat er privat viele schöne Dinge und ist geschichtsintressiert. Ebenso Stefan.

Sie schreiben ja selbst, dass Sie aus der jüngeren Vergangenheit wenig haben und auch wenig dokumentiert ist.

Nutzen Sie doch diese Resourcen; für jeden Sammler ist es eine Ehre, seine Stücke in einem Museum oder einer Ausstellung zeigen zu können. Da können Sie garantiert auf rege Beteiligung hoffen. Und ich denke mal, dass da noch diverse Kontakte bestehn, von denen hier noch keiner weiss. 8)

Und dann ist es nur eine Frage des Konzeptes und der Organisation....

Grüsse Norbert

P.S.: Als kleiner Trost: Auch ich muss täglich Dinge tun, die mir eigentlich nicht liegen und die schlussendlich trotzdem gemacht werden müssen.

Für Stefan hab ich noch ein Bildchen angehangen als Beweis, dass die Amis auch in jüngerer Vergangenheit noch in der Lage sind, zumindest optisch ansprechende Gitarren zu bauen. 8)


Dateianhänge:
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BeitragVerfasst: Do 26. Jul 2007, 10:44 
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Registriert: Fr 08. Jun 2007, 16:08
Beiträge: 60
Wohnort: Wange,Belgium,€pe
manchmalh hatte ein freund ( Sergey von Cheesyguitars ) mich gesagt das eine ausstellung von alte gitarren ein riesen succes werden muss !
Aber nicht ausschiesig eine 13-in-dudzend-ausstellung , aber :
auch der ord muss gut aufgesucht werden ( zum beispiel eine alte fabrikgebaute ) , sehr gut bereichbar sind , profesional fotografiert sind , jemanden die darüber eine katalog und geschichte schreiben könte ,versicherung , vielleicht auch eine atraktive gitarre-kalendar, und die benötige publisität darfur machen wurde...nicht ganz einfach...
aber sehr verführerisch !!!!
...und nicht zu vergessen : eine komplette reihe von ALLE mögliche gitarren auf der reihe von ...?...(sicher NICHT Fender und Gibson und Rickenbacher und.... ....)
darf jemanden ??????

_________________
ivan alias lordbizarre
"lordbizarre's electric guitar and amp museum Wange belgiën €pa "
0032495260531


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