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BeitragVerfasst: Di 08. Jun 2010, 19:48 
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Betreff des Beitrags: Echte F. Arthur Uebel mit Fragezeichen Beitrag Verfasst: Sa, 20. Jun 2009, 15:00


Die Geschichte der Firma Musik Hug, 1807–2007
Die Filialen
Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigten die Gebrüder Hug Agenten in verschiedenen Städten, die die Kundschaft mit Musikalien und Instrumenten versorgten und die Pakete der Leihabonnenten abgaben und in Empfang nahmen. In Luzern war dieses Depot zum Der „Opera Corner“ am Limmatquai Beispiel um 1870 beim Ehepaar Auer untergebracht, das ein Atelier „für neueste Pariser Corsets“ unterhielt. Man mag sich also vorstellen, dass sich vielleicht eine Dame nach dem Anprobieren mit Salonmusik eindeckte oder beim Abholen des Abonnementspakets ein Korsett bestellte.

Ein solches System erwies sich aber auf Dauer als zu uneffizient und kompliziert, und so wurden diese Agenturen nach und nach in regelrechte Filialen ausgebaut. Die erste entstand 1865 in Basel an der Freiestrasse 70, wo sie noch heute ihren Sitz hat. Sie bediente die musikliebende Basler Kundschaft, erlangte aber auch Bedeutung als Tor zur Romandie und zum Elsass. Bekannt wurde die Abteilung für historische Tasteninstrumente, die auch mit der 1933 von Paul Sacher gegründeten Schola Cantorum Basiliensis in engem Kontakt stand. 2001 wurde das Basler Pianohaus Eckenstein AG von Musik Hug übernommen.

Seit 1865 existiert ebenfalls die Filiale in St. Gallen, wo sich zuvor schon die älteste Hugsche Agentur befand. Von hier erreichte der Handel mit Musikalien und Instrumenten die Ostschweiz und auch Süddeutschland. Das Haus an der Ecke Marktgasse / Spitalgasse, das 1907 bezogen wurde, wurde 1983 / 84 grundlegend umgebaut, wobei nur die Fassaden bestehen blieben. Einerseits entstand das damals modernste Musikhaus der Schweiz, andererseits blieb die wertvolle Bausubstanz im Altstadtbild erhalten. Es war der erste Umbau, der nach dem neuen, von Erika Hug entwickelten Ladenkonzept vorgenommen wurde. Auf vier Etagen bot Musik Hug St. Gallen ein riesiges Sortiment.

1874. Das Geschäft expandierte zusehends, zumal ab 1938, als die Internationalen Musikfestwochen Luzern gegründet wurden, die eine Schar prominenter Musiker an den Vierwaldstättersee lockten. Persönlichkeiten wie Wilhelm Furtwängler, Beniamino Gigli oder Edwin Fischer kamen so in den Laden. Die Filiale, die seit 1971 an zentraler Stelle am Kapellplatz 5 ihren Sitz hat, hat in den letzten Jahren durch verschiedene Instrumentenausstellungen auf sich aufmerksam gemacht.

Von Luzern aus expandierten die Gebr. Hug 1887 auch nach Lugano, wo ein eigentliches Musikleben entstanden war. Das Geschäft florierte vor allem unter der einheimischen „Familiendynastie“ von Mario und Alberto Vicari. 1984 wurde sie verkauft.

Auch den Schritt ins Ausland wagte die Firma vor allem unter Emil Hugs Ägide. So entstanden Filialen in Strassburg, Konstanz, Lörrach und Feldkirch, vor allem aber – weitaus am folgen- und erfolgreichsten – in Leipzig. Etliche dieser Auslandfilialen wurden schon in der Wirtschaftskrise geschlossen. Mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Brand von Leipzig endete dieses Kapitel der Hugschen Firmengeschichte.


Zahlreiche weitere Filialen sind inzwischen noch entstanden und teilweise wieder verschwunden. Es zeugt ja auch von der Dynamik und Vitalität eines Unternehmens, dass Versuche gestartet werden, die je nachdem erfolgreich sind oder nicht. In Zürich- Aussersihl, Winterthur und Solothurn war Musik Hug sehr lange vertreten. Einstige Filialen in Neuchâtel, La Chaux-de-Fonds und Sion werden heute als Piano- Ateliers geführt. In Lausanne, dessen Laden man 1976 mit der Foetisch Frères SA übernahm, steht ebenfalls das Klaviergeschäft im Zentrum – und die grosse Steinway Hall Suisse Romande. In Genf etablierte sich Musik Hug, als man 2000 das renommierte Klaviergeschäft Kneifel SA übernahm.


Die Geschichte der Firma Musik Hug, 1807–2007
Der Verlag
Wäre Nägeli beim Notenverkauf geblieben, so wäre er kaum in finanzielle Nöte geraten, aber sein Ehrgeiz drängte ihn zum Verlegen, was zunächst unrentabler bleiben musste. Zum Glück allerdings hat er sich davon nicht abhalten lassen, denn seinem 1794 gegründeten Verlag kommt allergrösste Bedeutung zu, nicht nur wegen der Pioniertaten für die Musik Bachs, sondern auch in Hinblick auf das einheimische Musikschaffen. In den über 12’800 Verlagsausgaben der 213 Jahre währenden Geschichte spiegelt sich der Wandel des Musiklebens. Der Hug Verlag hat so die Schweizer Musikgeschichte begleitet – und wurde selber ein Teil davon. Er erhielt dadurch übrigens auch internationales Ansehen. Durch die Auslandsfilialen, vor allem jene in Leipzig, die ein riesiges Sortiment führte, wurde das Schweizer Musikschaffen exportiert.

Dies gilt zunächst für den Chorgesang, auf dem der Hug Verlag eine über die Grenzen hinaus reichende Bedeutung erlangte. Hier erschienen erste Sammlungen mit Liedern und Chorgesängen, bald auch die offiziellen Liederbücher des 1842 gegründeten Eidgenössischen Sängervereins. Das Repertoire war breit und verbreitet. Einige Lieder wurden zu regelrechten Hits. Wilhelm Baumgartners Lied Noch sind die Tage der Rosen von 1857 erreichte allein in der einstimmigen Ausgabe bis 1907 eine Auflage von über 90’000 Exemplaren.



Erweitert wurde dieses Sortiment, das in über 12’700 Titeln immer noch im Verlag am Limmatquai vorhanden ist, durch Volks- und Kinderlieder, dies bereits um 1900 etwa mit Sang und Klang aus Appenzell von 1898, der Singstubete von 1915 oder den Canti popolari ticinesi von 1917. Mit der in den 20er Jahren einsetzenden Jugendmusik- und Singbewegung wurde diese Tendenz zum Musizieren und Singen verstärkt. Der Hug Verlag hat sich hier von Anfang an beteiligt. Bis heute bilden solche Liederbücher einen wichtigen Bestandteil der Verlagsarbeit. Folgerichtig wurden auch Popsongs oder Chansons wie jene von Mani Matter für Chor gesetzt. Hinzu kommen die Kinderliederbücher, deren berühmtestes Chömed Chinde mir wänd singe, einst von der Firma Maggi übernommen, an einsamer Spitze steht.

Der Hug Verlag trat aber auch immer für das aktuelle Schweizer Schaffen ein. Komponisten wie Hermann Suter haben dem Verlag fast ihr gesamtes Oeuvre anvertraut. Bekannte Stücke sind hier erschienen wie Hans Hubers Sinfonien oder Willy Burkhards Oratorium Das Gesicht Jesajas. Von Beginn weg unterstützte Hug auch Othmar Schoeck, den bedeutendsten Deutschschweizer Komponisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1907 bereits kündigt er die Lieder des gerade erst 21jährigen prominent an.

1905 hatte Emil Hug durch eine Geldspende zusammen mit dem Schweizerischen Tonkünstlerverein die sogenannte Schweizerische National-Ausgabe ins Leben gerufen, in der bis 1935 wichtige Stücke erschienen. 1974 erlebte dieses Mäzenatentum eine Neuauflage, als Adolf Hug jun. zu seinem 70. Geburtstag einen Spezialfonds zur Förderung des helvetischen Musikschaffens errichtete. In der damit eröffneten Editionsreihe Schweizer Musik des 20. Jahrhunderts erschienen seither mehr als hundert Werke, etwa von bedeutenden Komponisten wie Robert Blum, Erich Schmid, Jacques Wildberger, Rudolf Kelterborn, Hans Ulrich Lehmann, Heinz Marti, Eric Gaudibert, Hans Wüthrich, Rolf Urs Ringger, Roland Moser und Edu Haubensak.

Durch die Übernahme der Foetisch Frères SA gelangten 1976 übrigens bedeutende Westschweizer Werke zum Hug Verlag, so die Oratorien Le Roi David und Nicolas de Flüe von Arthur Honegger.

Schliesslich begleitete der Verlag das einheimische Musikschaffen auch dadurch, dass er – zuweilen unter beträchtlichen finanziellen Opfern – die Zeitschriften der Musikverbände herausgab. So ab 1876 das gerade fünfzehn Jahre junge Eidgenössische Sängerblatt, das bald darauf in Schweizerische Musikzeitung und Sängerblatt umbenannt wurde und das ab 1937 in zwei Zeitschriften aufgespalten wurde. Bis 1977 gab Hug das Sängerblatt heraus, bis 1982 die Schweizerische Musikzeitung.

Von jeher ein zentrales Wirkungsfeld war jedoch die Musikpädagogik, was sich infolge der von Nägeli und Hug propagierten Pestalozzischen Ideen fast zwangsläufig ergab. Zahlreich sind die bedeutenden Instrumentalschulen, die beim Hug Verlag erschienen sind. Erwähnt seien hier nur die Violinschule von Ferdinand Küchler (1911), die Anleitung für Gitarre und Ukulele von Hugo Fröhlin, die Schule für Panflöte des populären Simon Stanciu oder auch die New Vibraphone Method, die Jazz-Gigant Lionel Hampton 1981 zusammen mit Jean-Claude Forestier herausgab.

Durch die Verlagsnummer 10’000 für sein Spiel mit Tönen wurde 1955 der Komponist Kurt Herrmann geehrt, von dem schon zuvor mehrere Werke im Hug Verlag erschienen waren. Das Engagement von Rudolf Schoch, der bei Hug 1933 seinen Kleinen Lehrgang für das Blockflötenspiel herausgab, hatte gar musikpolitische Konsequenzen, denn bereits 1947 wurde der obligatorische Blockflötenunterricht in den Zürcher Primarschulen eingeführt, wodurch jedes Kind mit Musik in Berührung kam.

Aber auch solche Standardwerke werden ergänzt oder gar überholt, und so wurden in der Musikpädagogik immer wieder neue Ansätze gesucht. Der Hug Verlag trug dem Rechnung, indem er sein Angebot ausbaute. So übernahm er 1979 den Zürcher Musikverlag zum Pelikan mitsamt dem dazu gehörenden Plattenlabel Pelca, und er erwarb jüngst vierzig musikpädagogische Titel des Pan-Verlags. Besonders wichtig wurde in diesem Zusammenhang die Edition Conbrio, deren Verlagsprogramm 1999 teilweise zu den Hug Verlagen kam. Diese Edition hatte durch frische musikpädagogische Ideen auf sich aufmerksam gemacht und passte deshalb sehr gut ins hauseigene Programm. Die Musik wird hier auf ansprechende Weise erzählt, der Zugang ist spielerisch, aber deshalb nicht minder anspruchsvoll, neue Methoden werden erprobt, wie Kinder an die Musik herangeführt werden sollen.

Durch die Übernahme der Foetisch Frères SA gelangten 1976 übrigens bedeutende Westschweizer Werke zum Hug Verlag, so die Oratorien Le Roi David und Nicolas de Flüe von Arthur Honegger.

Schliesslich begleitete der Verlag das einheimische Musikschaffen auch dadurch, dass er – zuweilen unter beträchtlichen finanziellen Opfern – die Zeitschriften der Musikverbände herausgab. So ab 1876 das gerade fünfzehn Jahre junge Eidgenössische Sängerblatt, das bald darauf in Schweizerische Musikzeitung und Sängerblatt umbenannt wurde und das ab 1937 in zwei Zeitschriften aufgespalten wurde. Bis 1977 gab Hug das Sängerblatt heraus, bis 1982 die Schweizerische Musikzeitung.


Ich selbst kann nur sagen, dass alle Instrumente die ich in der Hand hatte von absolut gehobenem Standard waren, anscheinend achtete man sehr auf Qualität.

Internas zu der Nummerierung sind nicht mehr vorhanden bei Hug, da hatte ich mal angefragt.
Zwischen Hug und Markneukirchen/Umland hat es auch einen sehr rengen Kontakt gegeben, einige Beschäftigte kamen auch von dort.

Es muss angenommen werden dass Hug seine vertriebenen Instrumente durchnummeriret hat! .. und das waren offenbar nicht wenige.


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