Dirk und Carmen Wacker zu Besuch in Markneukirchen

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Heidrun Eichler
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Dirk und Carmen Wacker zu Besuch in Markneukirchen

Beitrag von Heidrun Eichler »

Markneukirchens Reiz steckt an
Mit einem Artikel in einem US-Magazin hat Journalist und Gitarrenelektronik-Experte Dirk Wacker Aufsehen erregt. Das Vogtland wirkt auf ihn anziehend.

Markneukirchen. Dirk Wacker hat sich neu verliebt - in Markneukirchen. Ehefrau Carmen hat dar gar nix dagegen. Sie war dabei, und ist im Grund sogar "schuld", dass der Journalist und Betreiber einer Do-it-yourself-Seite für Gitarrenelektronik samt Shop für das Vogtland entflammt ist. Das Musikinstrumenten-Museum der Stadt, das wollte Wacker schon immer mal besuchen - aber für einen Tagesausflug ist das zu weit weg von Lohfelden bei Kassel, wo die Wackers leben. Also hatten sie die Idee für einen längeren Urlaub. Dessen Ergebnis kann jetzt jeder lesen: Ein großer Artikel über Markneukirchen als Heimat des deutschen Gitarrenbaus, erschienen in der März-Ausgabe des US-Magazins "Premier Guitar", eines Blattes mit 650.000 Stück Monatsauflage.

Ein Beitrag, der Wellen schlug. "Selten habe ich so viele Reaktionen auf einen Artikel erhalten", sagt Dirk Wacker - und das querbeet von Laien wie Experten. Das Aha-Erlebnis war bei vielen inklusive. Ob er sich den auch sicher sei, dass dieser Christian Frederick Martin, der Ahnherr der weltberühmten US-Marke, wirklich aus Markneukirchen sei. Na klar - denn Wacker, seit 2006 bei Premier Guitar, Korrespondent und Verfasser einer monatlichen Kolumne, hatte sich in zehn Tagen tief eingegraben in Stadt- und Gitarrengeschichte. Ein ganzes Heer hilfsbereiter Vogtländer unterstützte ihn dabei. Überhaupt, die Markneukirchener - auch da hat's bei Wackers gefunkt. Nicht so stur wie daheim in Nordhessen, sondern sehr aufgeschlossen für einen "Fremden", sagt er. Für einen, für den Markneukirchen noch vor einem Jahr nur ein Name war - denn hier gewesen ist er bis Herbst 2013 nicht.

Inzwischen waren Dirk Wacker und seine Frau innerhalb eines halben Jahrs zum zweiten Mal da. "Erst zehn, jetzt zwölf Tage - wir steigern uns", sagt Carmen Wacker lachend. Urlaub verbringen sie immer dort, wo man gut wandern kann - und dafür sei Markneukirchens Umgebung prädestiniert. Nach dem Erfolg des ersten Artikels sammelten beide dieses Mal Stoff für einen zweiten: Es geht um die historischen Plätze, wo einst die Weißgerber, Rossmeisl & Co. ihre Gitarren fertigten. Eine Sisyphusarbeit: Damals hießen die Straßen anders, die Straßennummern waren dreistellig. Schwierig, aber lohnend, da auch dazu viele "Neikirnger" Hinweise gaben. Die Idee, an Häuser Tafeln zum historischen Musikinstrumentenbau anzubringen, finden Wackers gut - genauso gut würde ihnen gefallen, wenn es in Markneukirchen auch spezielle Stadtführungen gibt, die mit den Pfunden der Stadt wuchern.

Dirk Wacker hat einen Liebling unter den vielen klingenden Gitarren-Namen der Stadt. "Ich habe ein Faible für Musima." Es sei sagenhaft, was Gitarrenbauer unter dem oft als Massenprodukt geziehenen Namen geleistet haben, so der Experte, der selbst spielt. "Semiprofessionell." Gerade ältere Musima-Gitarren seien zunehmend gefragt. "Da gehen die Preise durch die Decke." Wenn Wackers heute nach Hause fahren, ist trotz vollgepackter Tage genug Stoff für den nächsten Recherche- und Wanderurlaub. So steht fest: Spanien ist gestrichen, im Frühjahr 2015 geht's wieder ins Vogtland. "Das Gesamtpaket passt einfach." http://digital.premierguitar.com/ premierguitar/201403_1#pg48

erschienen am 08.05.2014 ( Von Ronny Hager )
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