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 Betreff des Beitrags: Erhart Todt Migma
BeitragVerfasst: Mo 14. Sep 2015, 18:28 
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Registriert: Mo 26. Jul 2010, 22:24
Beiträge: 31
Hallo Herr Weller,

ich möchte Sie gern um Auskunft bitten:
Ich hatte die Gelegenheit, eine „Meister Erhart Todt“ - Jazztrompete (Migma) zu erwerben.
Das Instrument ist vernickelt (versilbert?), hat einen eckigen Fingerhaken, keinen Ring am dritten Ventilzug und eine Maschine mit Unterfederung.
Der Stimmzug ist geteilt, der Teil mit dem Migma-Zeichen als Querstrebe ist mit einer Verschraubung (wie bei Posaunen zw. Zug und Schallstück) mit dem Mundrohr verbunden, der Bogen mit der Wasserklappe ist ganz normal zum rausziehen. Wenn man den verschraubten Teil bis zum Anschlag rauszieht, ist das Instrument genau einen Halbton tiefer.
Meine Fragen: war dieser Stimmzug als Wechselzug gedacht, für einen höheren oder tieferen Grundton?
Können Sie eventuell ein Baujahr schätzen? Es ist leider keine Zahl zu finden, nur 25, 26, 27 auf den Ventilbüchsen.

Ich bin sehr angetan von der Qualität der Trompete, der Ton ist sehr hell, aber nicht dünn, die Ansprache leicht, besonders in der Höhe – und hätte gern etwas mehr zu dem Instrument gewusst.

Vielen Dank,
Joe Trumpet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erhart Todt Migma
BeitragVerfasst: Mo 14. Sep 2015, 21:28 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 1125
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Joe Trumpet,

Sie haben Ihre Trompete gut beschrieben. Was mir dabei hilft ist, dass ich ein baugleiches Instrument in meiner Sammlung habe.
Es handelt sich von der Grundstimmung her natürlich um eine B-Trompete, aber mit einem sog. "Schnellwechsel" auf A. Dem Musiker wurde durch dieses System die Möglichkeit in die Hand gegeben, schnell einen Halbton tiefer zu stimmen.
Mitunter gab es wohl auch ähnliche Jazztrompeten (nicht von E. Todt), wo man das / ein "Zwischenstück" ganz entfernen konnte und dadurch eine C-Trompete erhielt. Das ist aber hier bautechnisch wegen dem Schnellwechsel nicht möglich.

Leider hat Erhard Todt seine Instrumente nicht mit Seriennummern versehen, so dass nur eine wage Schätzung möglich ist. Erhard übernahm die Werkstatt seines Vaters im Jahre 1959. Also ist Ihr (und mein) Instrument mit der Gravur "Erhard Todt" auch nach 1959 angefertigt worden.
Ich gehe stark davon aus, das diese Bauart -also vor allem der Schnellwechsel- spätestens seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr gefragt und dann auch nicht mehr so gebaut wurde. Dies ging natürlich nicht in jeder Werkstatt zeitgleich von statten, auch besteht über diese genaue Eingrenzung bei mir noch Nachholbedarf. Bin da für jeden Hinweis dankbar. Bei einst sehr akkuraten Musikern lagen oftmals noch die einstigen Kaufbelege mit im Etuifach / Mundstückfach. Ich hoffe einmal auf solch ein sehr aussagekräftiges Zeugnis zu treffen.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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 Betreff des Beitrags: Re: Erhart Todt Migma
BeitragVerfasst: Di 15. Sep 2015, 8:28 
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Registriert: Mo 26. Jul 2010, 22:24
Beiträge: 31
Hallo Herr Weller,

vielen Dank für Ihre schnelle Auskunft! Sehr interessant!
Das Baujahr lässt sich also zumindest auf eine Spanne von 15 Jahren eingrenzen, das ist ja schon sehr gut.

Übrigens: ich bin ja mehr Spieler als Sammler, habe aber außerdem noch eine SG66 - und mit diesen beiden Trompeten ein so ungleiches Paar, dass ich wohl jede Musikrichtung bedienen könnte.

Darf ich Sie zu der SG66 noch etwas fragen? Sie trägt die Nummer 21201, könnten Sie auch hier ein Baujahr eingrenzen?
Der Anschlag der Ventilhebel ist nicht durch den sonst üblichen Kork begrenzt (es gibt gar keinen Anschlag auf dem Ventilgehäuse), sondern nur durch eigentlichen Hubweg der Drücker. Ist das original?

Nochmals veieln Dank,
Joe Trumpet


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 Betreff des Beitrags: Re: Erhart Todt Migma
BeitragVerfasst: Di 15. Sep 2015, 18:12 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 1125
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Joe Trumpet,

Ihre SG 66 wurde im Jahre 1975 gebaut. Das es keine Anschläge (genaue Bezeichnung "Hufeisen-Anschläge") an Ihrem Instrument gibt, dürfte nicht original sein. Wenigstens ist mir darüber nichts bekannt. Rein technisch ist es schon möglich, den "Weg" (des Wechsels) schon weiter oben, an den Drückern zu begrenzen.
Ich werde mich aber darüber noch einmal schlau machen und ältere Kollegen befragen.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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 Betreff des Beitrags: Re: Erhart Todt Migma
BeitragVerfasst: Di 15. Sep 2015, 19:43 
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Registriert: Mo 26. Jul 2010, 22:24
Beiträge: 31
Das ist wunderbar, vielen Dank!
Schade, dass Markneukirchen so weit weg ist...

Freundliche Grüße aus Berlin,
Joe Trumpet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erhart Todt Migma
BeitragVerfasst: Do 17. Sep 2015, 16:40 
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Registriert: Mo 26. Jul 2010, 22:24
Beiträge: 31
Hier noch ein Foto.


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