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BeitragVerfasst: So 19. Feb 2017, 9:00 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
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ich versuche es mal mit dem Namen, auch wenn es keinen direkten Bezug zu Mnk gibt.



Wer kann mir etwas sagen zu:

Jacques Albert fils

auch..., ein Saxophonhersteller.


Danke!


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BeitragVerfasst: So 19. Feb 2017, 12:27 
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Registriert: Fr 29. Mai 2009, 13:54
Beiträge: 48
Jacques Albert fils (frz. fils = Sohn)

Lucien Albert (1889-1950), Sohn von Jacques Albert, war der Enkel von Eugène Albert, der Mitte des 19. Jahrhunderts das „Albert-System“, eine einfache Variante des Deutschen Systems von Iwan Müller, auf der Klarinette einführte.

Lucien Albert fertigte ab 1920 Klarinetten im Boehm- u. Albert-System, Oboen und Fagotte. Saxofone (ss, as, c-mel, ts, brs) sind mit SAXOSOLOPHONE gekennzeichnet. Die Firma war in Brüssel und London ansässig und ging 1939 in den Konkurs. Bei einer Google-Recherche sind rasch Sopranos und Bariton-Saxofone mit der Bezeichnung SAXOSOLOPHONE zu finden, in Leo van Oostroms Buch ist ein C-Melody dieser Marke abgebildet. Ich interpoliere deshalb, dass die Bestseller Alto und Tenor ebenfalls lieferbar waren.

Schon der Großvater Eugène Albert erwarb 1880 das belgische Patent 50774 für eine Verbesserung der Saxofon-Mechanik (zweiteilige Oktavklappe auf dem S-Bogen).

Auch in Belgien und Frankreich bezogen vor allem die kleinen Saxofonhersteller Schallstücke, Klappen und andere Saxofonbestandteile von anderen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die vielen kleineren Werkstätten eher Fertigmacher waren. Um in der Nähe zu bleiben: Selbst Julius Keilwerth hat früh begonnen, komplette Schülerinstrumente zuzukaufen, Schallstücke in italien und Tschechien machen zu lassen, die Koffer von Winter zu beziehen, Mundstücke von Zinner, Polster von Prestini und später Pisoni, Kleinteile von weiteren Lieferanten usw. Diese Vorgehensweise ist in der Industrie Standard und wirtschaftlich sinnvoll.

Es dürfte häufig eine romantische Verklärung sein, auch kleinsten Herstellern die Eigenfertigung kompletter Produktserien zuzuschreiben.


Quellen u.a.:
William Waterhouse: The New Langwill Index – A Dictionary of Musical Wind-Instrument Makers and Inventors (Bingham, 1. Auflage 1993)
Leo van Oostrom: 100 + 1 Saxen [Edition Sax, 2009]

_________________
www.Uwe-Ladwig.de


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BeitragVerfasst: So 19. Feb 2017, 14:37 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1210
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
danke Uwe,


selmer hat nicht selbst gefertigt = Selmer Düsseldorf = Keilwerth

italien für USA

Kohlert für USA (komplette instrumente?)

Kohlert für Hawkes

Max Keilwerth für Adler und F.X.

Keilwerth für Schenkelaars

etc.

wo ist die grenze zwischen fertigmacher und (komplett)hersteller? selbst Eppelsheim dürfte beziehen.



zurück zum thema - ich hatte auf daten gehofft der familie im wechsel, anschrift der werkräume, eventuell bilder (glücksfall), katalog?
Albert soll ja auch eine linzenz bekommen haben von Sax himself.

die internetrecherche kann ich bestätigen, es gibt ss(in Bb, ev auch in c?), as, ten, melody, bary, mit Saxosolophone als gravur in UNTERSCHIEDLICHEN bauweisen, ausführungen.

ich hoffe weiter.


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BeitragVerfasst: So 19. Feb 2017, 18:34 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1210
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
Gründer des Hauses Albert
Eugene Albert
* 26. 04. 1816
gest 11.05.1890

2ter sohn von Eugene =
Jacques Emile Albert
*18.01.1849
gest 23.03.1918

Jacques Emilea sohn =
Lucien Albert
* 23. 02. 1889 in Saint-Josse-ten-Noode (https://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Jos ... t-ten-Node)
gest ? 1950


wird fortgesetzt.


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BeitragVerfasst: Di 28. Feb 2017, 18:26 
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Registriert: Mo 15. Mär 2010, 19:27
Beiträge: 77
Zunächst einmal eine kleine Abschweifung zu den Klarinetten im „Albert- System“: Sie waren in den USA im Jazz sehr verbereitet. Siehe hierzu Eberhard Kraut. Ich bin nicht sehr ins Detail eingestiegen, weil das ja mit dem Musikwinkel nur am Rand zu tun hat (Kohlert immerhin hat, soviel ich weiß, viele „Albert“- Klarinetten exportiert). Auch andere große Hersteller wie Selmer Paris bauten „Albert“- Klarinetten. In meinem Lieblings- US- Klarinettenforum gibt es gelegentlich eine gewisse Verwirrung der Begriffe Albert, Simple system, German system. Für das Albert- System typisch sollen 2 bis 5 Ringe, ein „wrap around speaker key“, manchmal „three in a row“ Klappen am Unterstück und vor allem eine spezielle weite Bohrung sein.

Über die Familie und Firma Albert in Brüssel, ihre Streitigkeiten und die ziemlich komplizierte Firmengeschichte gibt es im New Langwill eine ganze Seite. Die Firma Jaques Albert, fils, Adresse (1924) Rue Eenens 17, Schaerbeek, ging demnach etwa 1920 aus der Trennung der Söhne des Gründers hervor und ging 1939 in Konkurs. Im Jahr 1920 soll sie mit 30 bis 40 Mitarbeitern etwa 100 Oboen, Klarinetten und Fagotte produziert haben. Von Saxophone ist in diesem Artikel allerdings nicht die Rede. Jedenfalls gehörten die Albert- Firmen zu den größeren und bekannten westeuropäischen Herstellern.

Meine Albert- Klarinette, aus Ebonit (Bild!) und vermutlich vor 1931 gebaut, ist markiert „E.J.Albert Brussels Sole Agent J.Heyworth & Son... London“, was ebenfalls zu Streit zwischen den Brüdern geführt haben soll.

Gruß M.W.

...und @admin: könntet Ihr nicht allmählich etwas größere Bilder wie in anderen Foren zulassen? Ich gebe mir Mühe mit meinen Fotos, und muß sie dann so sehr herunterpixeln, daß man keine Details mehr erkennen kann.


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Albert 3.jpg
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BeitragVerfasst: Di 28. Feb 2017, 19:50 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1210
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
...Meine Albert- Klarinette, aus Ebonit (Bild!) und vermutlich vor 1931 gebaut, ist markiert „E.J.Albert Brussels Sole Agent J.Heyworth & Son... London“, ...
das wäre ja abzugleichen mit:

2ter sohn von Eugene =
Jacques Emile Albert
*18.01.1849
gest 23.03.1918

dann wäre die klarinette vor 1918 gebaut.

danke für den Hinweis auf Langwill, ich habe nur eine ältere ausgabe Pylades.
irgendwo werde ich mir diese seite besorgen müssen - denn ein saxophon ist jetzt in der sammlung.

Danke!


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