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 Betreff des Beitrags: Bodenspan bei MUSIMA-Westerngitarren
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 15:31 
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Registriert: Di 28. Nov 2006, 19:13
Beiträge: 17
Hallo,

meine Frage ist eher technicher Natur und vielleicht nicht so einfach zu beantworten:
Bei kleineren Einstell- und Reparaturarbeiten an Instrumenten in meinem Bekanntenkreis ist mir aufgefallen, dass manche MUSIMA-Westerngitarren trotz gleicher Modellbezeichnung Unterschiede aufweisen.
So gibt es die MW50 mit und ohne Bodenspan (der flache abgerundete Span unter dem Typenschild) Das ältere mir vorliegende Modell wurde ohne diesen Span gefertigt, die beiden neueren (und auch alle anderen mir bekannten Gitarren der MW-Serie) wurden mit diesem Span gefertigt.

Daher möchte ich Fragen, was dieser Bodenspan bewirkt und hoffe, dass mir jemand eine Antwort darauf geben kann.

Vielen Dank,

freundliche Grüße,

Roland


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Fr 06. Apr 2007, 10:50 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Roland,

ich kenne mich mit Gitarren zwar nicht so aus, bin mir aber ziemlich sicher, diese flach-runde Leiste diente zur Sicherung der Bodenfuge. Es ging im Gegensatz zur Deckenbeleistung bestimmt nicht um akustische Belange.

Könnte es sein, daß die Böden ohne diese Leiste furniert (laminiert) sind? Durch die gesperrte Furnierlage ist ja eine Sicherung der Bodenfuge dann nicht nötig.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Kretzschmann


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Fr 06. Apr 2007, 14:49 
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Registriert: Di 28. Nov 2006, 19:13
Beiträge: 17
Hallo Udo,

danke für die Antwort. Aufgrund dieser habe ich mir nochmals die Bilder der Gitarren angeschaut (alle Gitarren die ich zur "Reparatur" habe werden fotografiert, auch die Reparaturschritte werden so festgehalten). Soweit ich mich erinnern kann, haben zumindest alle MW 51 einen gesperrten Boden. Ist zwar sehr gut gemacht (ähnliches Furnier innen und außen) aber dennoch gesperrt. Ich meine aber den Unterschied wo anders entdeckt zu haben:

Die Gitarren mit Bodenspan besitzen einen Bookmatched-Boden. Der Span scheint wohl - wie von dir vermutet - zur Stabilisierung der Leimfuge zu sein. Die ohne Bodenspan scheinen wohl "am Stück" und ohne "Mittelnaht" hergestelt worden zu sein. Auf meinen Fotos lässt sich dies allerdings nicht zweifelsohne erkennen.

Vielen Dank für deine Anregung,

herzliche Grüße aus Baden,

Roland


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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 21:09 
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Registriert: So 17. Jun 2007, 16:42
Beiträge: 31
Hallo Badenbaer!

Alle Westerngitarren ab 1989 hatten eine Fugenleiste. Ob laminiert oder massiv.
Bei laminierten Gitarren hatte es nur eine Show Effekt.Die Böden und Decken
sind immer bookmatched verleimt.Jedenfalls bei Musima Gitarren.

Gruß Karl-Heinz


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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 22:55 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Karl-Heinz,

ich brauche mal Nachhilfeunterricht: ist laminiert = furniert und was ist bookmatched verleimt?

Arbeitest Du eigentlich in einer eigenen Werkstatt?

Gruß
heidrun


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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 23:36 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
Beiträge: 132
Liebe Heidrun,

obwohl ich der "Holzwurm" so garnicht bin, Deine Frage an mich auch nicht gerichtet war, erlaube ich mir trotzdem, "bookmatched" mal zu bebildern. Es gibt auch noch " Flitch-matched" oder... :mrgreen:

Ich weiss, dass ich eigentlich das Urheberrecht verletze, deswegen: Alle Ansprüche an mich... :mrgreen:


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IMG_4175 [640x480].JPG
IMG_4175 [640x480].JPG [ 27.61 KiB | 5130-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 8:51 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Als ob man ein Buch aufschlägt? Das gleiche Prinzip wie beim Geigenbau - geteilter Boden?

:tanne: / :holzhacker: = :geige: wenn Klang wie :leier: dann :flucht: oder :violin: !!!

Schönen Sonntag Euch allen
:song:


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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 11:52 
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Registriert: Di 28. Nov 2006, 19:13
Beiträge: 17
Hallo,

zumindest dieser MW50 fehlt der Bodenspan.

Nun gut, anhand des Signets zu urteilen handelt es sich wohl um ein frühes Modell, aber ich denke eindeutig nachwendezeitlich.

Grüße Roland


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Musima MW 50 000.JPG
Musima MW 50 000.JPG [ 25.27 KiB | 5106-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 21:03 
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Registriert: So 17. Jun 2007, 16:42
Beiträge: 31
Hallo Badenbaer!

Deine Gitarre müste eigentlich vor Oktober 92 gebaut sein.
Es wurden Fichte,Zeder oder gleiches Furnier verwendet.
Wenn ich es richtig sehe,müste die Gitarre Mahagoni oder
Macore sein.

Gruß Karl-Heinz


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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 21:12 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 486
Wohnort: Markneukirchen
Heidrun Eichler hat geschrieben:
:tanne: / :holzhacker: = :geige: wenn Klang wie :leier: dann :flucht: oder :violin: !!!

Also ich muß schon sehr bitten, wo bleibt denn da die Seriosität, die Geigenmacher so zu verunglimpfen. :keule:

Und das womöglich auch noch während der Arbeitszeit?? Bild Wenn das der Chef mitkriegt! Bild

;)

Aber zu Deiner Frage. Meines Wissens ist das schon so wie bei den Geigen. Genaueres wird uns sicher KarlHeinz erklären.

NorbertE hat geschrieben:
Es gibt auch noch " Flitch-matched" oder...

Was ist damit gemeint? Bookmatched kann ich übersetzen und kenne ich auch, aber "geräucherter Schinken" oder "Heilbuttschnitte" (=Flitch), das verstehe ich nicht!


Liebe Grüße

Udo


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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 21:47 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1247
Wohnort: Markneukirchen
Lieber Udo,

zu Deiner Beruhigung: ich hatte heute frei und morgen schon wieder und am Sonnabend hatte ich auch frei!!!! Und weißt Du warum?, weil ich die Pläne mache und schon vor 4 Wochen wusste, dass an diesem Wochenende der Sommer zuschlägt! :baeh:

Allerdings habe ich heute darüber nachgedacht, was ich Gabi über die DDR schreiben sollte und Du könntest da auch dazu beitragen, aber wahrscheinlich ist Deine Geschichte der von Norbert sehr ähnlich, sodass man den Eindruck bekommen könnte, das war die Regel. Aber ich werde mich jetzt nicht hier dazu äußern, sondern bei Ost-West-Geschichten.

Bis bald,
Heidi


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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 22:48 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
Beiträge: 132
Lieber Udo, die betreffende Seite aus dem Buch kann ich Dir gerne mailen. Ich hab da so meine Ängste mit dem Urheberrecht, was die Buchkopie hier angeht.
1. Bei Geigen kann ich Null mitreden!

2. Bei Gitarren (zumindest bei Vollholz/Brett/Les Paul) "etwas" :roll:

Der "Grundstock" einer Paula besteht aus einem Stück Mahagoni und zwar im Ganzen. Darauf wird eine gematchte (was ja nichts anderes heisst, als "ausgesucht") Decke aus Ahorn geleimt. Und die wird mit dem "Carving", der "Wölbung" im Fräsverfahren versehn.

Das Book, und das war ja Heidruns Frage, kommt tatsächlich vom Öffnen eines Buches.Allerdings machen die das Anders, als Du beschrieben hast mit den Kanteln bei Geigen.
Die sägen den Baum in (ich müsst messen) ca. 4cm dicke Bretter parallel quer durch. Dieses Brett wird im Baumkern längs geteilt und muss nun noch, sagen wir mind. 20cm breit sein. Heisst also ein Ahornstamm von mind. 40 cm Durchmesser.

Dieses 20cm-Brett wird nun quer zur Maser in zwei Hälften geteilt und "aufgeschlagen, wie ein Buch". Das ist das "Book-matching".

Wenn man nun diese 2 Seiten eines Buches auseinanderreisst, kann man sie auf die unterschiedlichsten Arten wieder zusammenfügen und es entstehen die unterschiedlichsten Holzfiguren auf der Decke.

Man macht dort auch: Holz in der doppelten Länge des Instruments, quer durch, und das dann irgendwie zusammen, so das die Maser beiden Hälften schön wird.

Ich bin, wie schon gesagt, da kein Experte, alles angelesen oder gesehn. Korrigiert mich also.

Für mich am Schönsten sind die Bookmatched, wo die Jahresringe passen auf beiden Hälften oder solche Sonderdinge wie Birdseye oder Blister (-Ahorn). Vom Klang her sind die Stino-Bockmatched allerdings am "wärmsten".

Ich bin da schon auf Karl-Heinz sein Statement gespannt...

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Sa 21. Jul 2007, 20:11 
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Registriert: So 17. Jun 2007, 16:42
Beiträge: 31
Hallo Paula Fan!(Norbert)

Deine Darstellung zu seitengleiche Teile ist schon richtig aber nur wenn man
so amerikanisch denkt.Dort werden wirklich die Stämme so eingeschnitten.(leider)
Man kann bei dieser Methode nur die Mittelpfosten verwenden.Bei den Ausenpfosten
(Schwarte) verschwindet die Maserung.Ich gehe hier von Riegelahorn aus.
Udo hat schon Recht.Diese Schnitte werden nicht für die Musikindustrie gemacht aber
verwendet.
Einen guten Ahornstamm muß man einfach efektiefer einschneiden.Dann bekommt von
jeden etwas.(Zargen,Böden,Halskanteln,Deckplatten usw.)Stämme werden geviertelt
und dann fachgerecht zerlegt.

Übrigens die Paulas mal besser ansehen.(Verleimung)

Gruß Karl-Heinz


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BeitragVerfasst: So 22. Jul 2007, 9:21 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
Beiträge: 132
Hallo Karl-Heinz,

danke für Deine Antwort. Was meinst Du mit Ansehn der Verleimung? Den Rücken?

Ich hatte eine 59er Paula in der Hand (die ich leider nicht bezahlen konnte :mrgreen: ), da war der Rücken definitiv ein Stück Mahagoni. Bei einer Japankopie war es allerdings furniert. Was da druntersteckte...keine Ahnung.
Bei meiner Paul Reed Smith, die ich jetzt benutze, besteht der Rücken aus mindestens zwei Stücken Mahagoni. Da der komplett deckend lackiert ist, kann man es nicht richtig sehn.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob bei einer massiven Gitarre die Holzauswahl überhaupt so die Rolle für den Klang spielt oder ob es nur für die Optik wichtig ist. Da kursieren ja auch die tollsten Geschichten.

Wie macht Ihr das als Instrumentenbauer mit der Holzbeschaffung überhaupt? Kauft Ihr ganze Stämme oder schon fertig gesägte Stücke? Gibts da einen Großhandel oder Auktionen, wo man da durch die Hallen wandelt und sich "seine" Stücke aussuchen kann? Über eine Katalogbestellung wird es ja sicher nicht gehn :mrgreen: Ist das frisches Holz oder schon gelagert/getrocknet?

Ich weiss: viele Fragen :roll:

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: So 22. Jul 2007, 13:56 
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Experte

Registriert: Mi 20. Jun 2007, 11:00
Beiträge: 541
Wohnort: Lohmar Hausen
Hallo Norbert:

Hier ein paar Tonholz links zum stöbern:
Alles deutsche Firmen und das sind noch lange nicht alle!!


http://www.woodland-gmbh.de
http://kollitz.de/sites/ger/start.htm
http://www.theodor-nagel.com/deutsch/index.htm
http://www.gleissner-tonewood.de/Deutsc ... firma.html
http://www.alpentonholz.de (schöne Holzbeschreibung)
(ich darf ja nur 5 Adressen angeben aber in meiner Datenbank habe ich sicher 25-30 deutsche Tonholzhändler abgespeichert)

Das passende Tonholz ist auch bei Solidbody Gitarren wichtig! Verschiedene Holzsorten verändern auch den Klang! Vielleicht nicht ganz so drastisch wie bei akkustischen Gitarren aber doch deutlich.

MADE IN U.S.A ist eigentlich nicht ganz war (jetzt werde ich wieder getötet!!). Die besseren Gitarren die angeblich noch in U.S.A hergestelt werden (von Gibson un Co) beziehen zum (groß)teil ihr Tonholz aus Deutschland. Die Kopfplatten die Inlays und vieles mehr werden hier in Handarbeit produziert. Teilweise bekommen die schon fertig bundierte Griffbretter mit passenden Inlays und Ihrem Logo in der Kopfplattenabdeckung. Auch das Binding und anders Material wird hier vorproduziert.

Da kostet natürlich auch eine Kopfplatte mit Inlay und Firmenlogo soviel wie in China eine ganze Billigstrat!!!!

Ich rede hier natürlich nicht von kleinere Edelherstellern wie Lewis, Walker, Benedetto und viele andere sondern schon von den Großen, die in Masse produzieren.

norbert hat geschrieben:
Wie macht Ihr das als Instrumentenbauer mit der Holzbeschaffung überhaupt? Kauft Ihr ganze Stämme oder schon fertig gesägte Stücke? Gibts da einen Großhandel oder Auktionen, wo man da durch die Hallen wandelt und sich "seine" Stücke aussuchen kann? Über eine Katalogbestellung wird es ja sicher nicht gehn Ist das frisches Holz oder schon gelagert/getrocknet?


Also soweit ich weiß konnte man bei Tonholzhändlern immer schon vorbereitetes Material welches grob vorgeschnitten war bekommen. Aber große Firmen haben sich auch ganze Stämme kommen lassen und sie selber nach Ihren Anforderungen zerteilt. Heute kann man bei Tonholzhändlern ja schon von dem vorbundierten Griffbrett bis zum Gitarrenelbstbausatz alles bekommen!

Du kannst natürlich preiswertes frisches Holz bekommen welches Du aber erst einmal selber viele Jahre fachgerecht lagern mußt. So ab 5 Jahren wird es wohl Interessant aber für manche Instrumentenbauer kann es nicht alt genug sein und die warten auch schon mal 20 Jahre für ein Instrument der Meisterklasse. Neben dem lufgetrockneten Holz gibt es auch Ofen getrocknetes (killn dried) Holz. Da hat jeder Instrumentenbauer seine eigene Vorstellung was für Ihn das Beste ist und es wird da auch nie eine klare Meinung zu geben da das jeder individualistisch für sich entscheiden wird! Das ist natürlich auch immer eine Frage des Preises!

Nette Grüße,

STELOL

_________________
STELOL
STEfan LOb aus Lohmar
Ein Versuch die alten vogtländischen
Bezeichnungen wieder aufleben zu lassen!!!!!!

Im Netz unter http://www.schlaggitarren.de


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