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Bach

Puppenspieler

Wenn Rolf Bach sein Gesicht mit weißer Farbe schminkt und die Brauen schwarz hochzieht, wenn er die bunten Hosen noch einmal strafft, die rote Baskenmütze keck aufs Ohr setzt und den alten Koffer schnappt, der alles birgt, was er braucht für eine Stunde, dann verwandelt er sich in einen anderen Menschen – in einen Puppenspieler. Er tritt hinaus vor sein Publikum, die Kleinen und Großen, so wie am Sonntag im Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen, bläst in eine Tröte, trommelt, grinst breit und das fabelhafte Märchenspiel beginnt, „Das blaue Licht“.
Rolf Bach, der 27-Jährige, hat es selbst geschrieben und angelehnt an das Grimmsche Märchen, das einst von der DEFA mit Rolf Ludwig in der Hauptrolle zum bezaubernden Kinderfilm „Das Feuerzeug“ in Szene gesetzt wurde. Davon erzählt es: Fast alles in unserer Welt lässt sich kaufen, nur eines nicht: innigliche Liebe. Diese Erfahrung muss auch der brave Soldat Ladislaus machen.

Er wird von seinem König entlassen und gelangt in den Besitz eines blauen Lichts. Aus ihm steigt ein Geist auf, der des Landsknechts sehnlichsten Wunsch erfüllt: ihm die Prinzessin Karla zuzuführen. Als diese jedoch erfährt, dass der Ladislaus von ihrem finanzklammen Vater für eine stattliche Summe das Königreich samt sie selbst erwarb, ist die Holde enttäuscht und erbost – und vorbei ist´s mit der Liebe.
Rolf Bach spielt das Stück nicht, er lebt es, wenn er brummelt und jauchzt, sich duckt und reckt, wenn er den Puppen einen Charakter gibt mit Mimik, Gestik und Stimme. Er ist, so lässt es sich nicht anders sagen, der geborene Schauspieler. Deshalb ist er heute auch einer. Er, dessen Kindheit und Jugend mit Adorf verknüpft sind, besuchte bis 1999 das Gymnasium in Markneukirchen: „Ich belegte das musische Profil, spielte auch in verschiedenen Musicals mit. Das letzte war das ‚Dschungelbuch’. In diesen Jahren wurde das Interesse geweckt und der Grundstein dafür gelegt, was ich heute mache.“ Er bewarb sich in Hamburg an der Staatlichen Schauspielschule. Wie schwer es ist, hier angenommen zu werden, zeigt, dass von den 800 Bewerbern lediglich die acht Talentiertesten übrig blieben. Rolf Bach war einer von ihnen: „Bei den Aufnahmeprüfungen muss ich wohl überzeugt haben. Ich spielte Teile aus ‚Galileo Galilei’, ‚Die Räuber’ und ‚Don Juan’ vor.“ Man nenne es Freude oder Verrücktheit: Nach der Zusage radelte er von Adorf in die Hansestadt, war drei Tage unterwegs: „Ich bin immer an Flüssen entlang, bachabwärts, wie eine Forelle, die zum Ablaichen will. Schließlich heiße ich Bach.“
Nach dem Studienabschluss 2004 gehörte Rolf Bach für zwei Jahre zum Ensemble des Theaters in Bremerhaven, spielte Rollen in „Geschichten aus dem Wienerwald“, „Die kleine Meerjungfrau“ oder „Der Theatermacher“, sammelte wichtige Erfahrungen „Aber das hat mich nicht ausgefüllt, weil dort sozusagen Dienst  nach Vorschrift gemacht wurde. Ein Leben vor nach nach den Vorstellungen gab es an dem Theater nicht. Deshalb entschloss ich mich, freiberuflich zu arbeiten.“ Ein hartes Brot, an dem Rolf Bach seither zu knabbern hat. Er muss sich in Theatern vorstellen, sich Rollen ercasten, spielte bisher unter anderem einige kleinere TV-Rollen oder an einem Theater in Hamburg-Altona in „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ und „Räuber Hotzenplotz“.
Im Puppenspiel sieht Rolf Bach vielleicht seine Zukunft, in ihm geht er auf und kann sich fallen lassen, wie auch in Markneukirchen zu erleben, zu bestaunen und zu bewundern war. „Das blaue Licht“ ist sein erstes Stück, es entstand in Kooperation mit seinem Onkel Hans W. Scheibner. Seine Vater und seine Tante kreierten die phantasievollen Puppen. Neue für weitere Stücke sind bei ihnen in Auftrag gegeben. Ein Grund für Rolf Bach mehr, sich von Zeit zu Zeit von Kiel, wo er jetzt lebt, nach Adorf im Vogtland aufzumachen. „Ich habe hier und in Markenukirchen noch viele alte Freunde, die ich immer wieder gerne treffe.“ (eso)
   
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