Seidel Geige

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Anni1

Seidel Geige

Beitrag von Anni1 »

Liebes Forum,
Ich hätte gerne Informationen zu einer Geige, die möglicherweise von Christian Wilhelm Seidel stammt.
Leider finde ich im Netz nur wenig über ihn, aber die Fotos die ich gefunden habe, weisen durchaus Ähnlichkeit mit meinem Instrument auf. Ich würde mich sehr freuen, hier vielleicht etwas mehr über ihre Geschichte zu erfahren.
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Anni1

Re: Seidel Geige

Beitrag von Anni1 »

Hier noch ein paar Bilder...
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Anni1

Re: Seidel Geige

Beitrag von Anni1 »

...und noch 2 :-)
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Heidrun Eichler
Museumsmitarbeiter
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Re: Seidel Geige

Beitrag von Heidrun Eichler »

Hallo Anni,

unsere Datenbank sagt dazu:

Lebensdaten: 10.04.1815 bis 04.10.1900

Gelernt bei Johann Gottlob Seidel, seinem Vater ab 1829
Aufnahme in die Geigenmacherinnung am 05.06.1838 in Markneukirchen;
selbständig ab 1844 in Markneukirchen

Sohn des Geigenmachermeisters Johann Gottlob Seidel (Markneukirchen) und dessen Frau Eva Regina geb. Heberlein.
Heirat am 22.08.1852 in Markneukirchen mit Auguste Emilie Mönnig.
Er setzte sich 1889 zur Ruhe und feierte 1898 in voller körperlicher Frische sein 60jähriges Bürgerjubiläum.
Sein eigenes Modell, die "Seidelgeige" wurde öfters kopiert und war sehr gefragt.
Heinel bemerkt: "…ausgezeichnetes Tonmodell!"
Qu.: Dr.Zoebisch/Heinel

Brandzeichen: Seidel (handschriftartig)

Vielleicht hilft das etwas weiter.

Viele Grüße
Heidrun

Anni1

Re: Seidel Geige

Beitrag von Anni1 »

Liebe Heidrun,
Ganz herzlichen Dank. Diese Infos habe ich im Forum bereits gefunden. Ist denn davon auszugehen, dass wirklich Wilhelm Christian Seidel sie gebaut hat? Es wurde ja sehr viel kopiert. Ich habe den Brandstempel mit anderen Geigen von ihm verglichen, dieser wirkt soweit authentisch. Was hat es mit dem s.g. "Seidel Modell" aufsich, von dem ich gelesen habe?
Herzliche Grüße aus dem Norden
Anni1

Udo Kretzschmann
Geigenbaumeister
Beiträge: 521
Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Wohnort: Markneukirchen
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Re: Seidel Geige

Beitrag von Udo Kretzschmann »

Hallo Anni,

was Zoebisch mit der "Seidelgeige" meint, weiß ich leider nicht. Ich hatte eine solche noch nicht in der Hand und auf den Fotos gelingt es mir nicht, so ein wirklich einzigartiges Modell zu erkennen. Die Ecken sind rel. kurz, setzen sehr spät zum Gegenschwung aus den ziemlich kreisrunden Ober- und Unterbügen an. Vielleicht sieht man das wirklich Besondere mit dem Instrument in Händen doch noch besser.

Was ich aber zu erkennen glaube, ist eine solide, saubere und zum Alter passende Arbeit. Und wenn der Ton ordentlich ist, was will man denn dann noch mehr? Der Stimmriß ist drin, ob Wilhelm Christian Seidel das Instrument nun gebaut hat oder nicht.

Schöne Grüße

Udo

Anni1

Re: Seidel Geige

Beitrag von Anni1 »

Hallo Udo!
Herzlichen Dank. Einen Stimmriss hat die Geige nicht. Die Kratzer oben gehen recht tief, sind aber stabil. Die Geige wurde gerade erst geöffnet und 2 Deckenrisse repariert. Der Stimmriss hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Ich war auch nicht unbedingt davon ausgegangen, dass meine Geige so ein charakteristisches Instrument ist. Mich hätte nur interessiert, was dieses besondere Seidel Modell von dem ich gelesen habe, ausmacht. Die Geige klingt sehr schön und da ich sie nicht verkaufen sondern selber spielen möchte, ist die Bestätigung, dass sie echt ist gar nicht so wichtig. Mich hätte es einfach interessiert, ein wenig mehr über ihre Geschichte zu erfahren.
Herzliche Grüße
Anni1

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