Tuba Clemens August Glier

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Tubaknacker
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Registriert: Fr 29. Mai 2020, 10:20

Tuba Clemens August Glier

Beitrag von Tubaknacker »

Hallo zusammen,
vielen Dank für die Aufnahme in diesem Forum. Und gleich habe ich mich blamiert, und Markneukirchen dem Erzgebirge zugeordnet. Jetzt weiß ich, daß Markneukirchen im wesentlich bedeutenderen Vogtland liegt.
Nach 10 Jahren ohne Blasmusik habe ich vor 6 Jahren wieder mit der Tuba angefangen. Meine Cerveny Kaisertuba habe ich damals verkauft. Zum Wiedereinstieg bei einem Blasorchester mit 30 Musiker*innen habe ich mir eine B & S 3103L gekauft. Dazu für die Faschingsumzüge ein Sousaphon aus chinesischer Produktion . Als Begleitung zu einer Steirischen Ziach spiele ich noch ein Frontbell-Bariton von B+M .
Da ich noch in einem Blechbläserquartett und einer kleineren Besetzung mit 5 - 10 Musiker*innen spiele, wollte ich eine kleinere,leichte Tuba haben.
Ich hatte Glück , mir ist eine B- Tuba, 3 - ventilig, mit nur 4,8 Kg Gewicht angeboten worden. Der Klang ist super, die Intonation passt, es sind nur wenige kleine Dellen vorhanden. Das ist akzeptabel. Die Maschine hab ich beim Profi überholen lassen und läuft jetzt leicht und ohne klappern. Die Tuba hat ein Logo eingestanzt, von Clemens August Klier in Markneukirchen ( Siehe Foto ). Der Stimmzug hat eine besondere Form ( bei uns sagt man " Sauschwanzl " ). War das mit einem anderen Stimmzug mal eine C-Tuba ?
Ich hab mal gegoogelt und herausgefunden, daß die Firma Glier im Jahr 1960 eingestellt wurde. Die Tuba müßte demnach mindestens 60 Jahre alt sein.
Eine Seriennummer gibt es nicht. Es ist erstaunlich, in welch gutem Zustand die Tuba ist. Kein Zinkfraß, alles funktioniert bestens.
Gibt es eine Möglichkeit, herauszufinden, wie alt die Tuba ist? Vielleicht anhand der Bauweise ?
Die Höhe gesamt ist 95 cm, Breite an der Maschine 37,5 cm, Trichter dm 34,5 cm ,Bohrung am 2. Zug gemessen 16,5 mm . Gewicht 4,8 Kg. Mit dem Mundstück Perantucci PT 50 einwandfrei zu spielen .
Im Anhang drei Fotos davon, eines mit der B&S 3103 L .
Für Kommentare dazu wäre ich dankbar.
Grüße aus Niederbayern.
Tuba groß und klein.jpg
Tuba C.A.Glier.jpg
kleine Tuba Gravur.jpg

Mario Weller
Metallblasinstrumentenbaumeister
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Wohnort: Markneukirchen

Re: Tuba Clemens August Glier

Beitrag von Mario Weller »

Hallo Tubaknacker,

in der Vorweihnachtszeit scheinen ja die Tubisten, Sammler von Tuben und Tubakollegen noch einmal aufzublühen...... Das freut mich.

Den guten Zustand Ihrer Tuba kann ich nur bestätigen, da sieht man, dass sich darum gekümmert und das Instrument in Ehren gehalten wurde.

Anhand des in das Schallstück eingebrachten Stempels kann ich Ihre Tuba leider zeitlich nicht einordnen. Bei Glier gab es mind. vier verschiedene Arten der Kennzeichnung, d.h. Gravuren, Stempel aber auch zwei verschiedene Plaketten. Bisher lässt sich damit aber noch kein Herstellungszeitraum eingrenzen.

Ich würde das Baujahr Ihres Instruments aber etwa in die 1920er Jahre datieren, vielleicht sogar noch älter.

Der Stimmzug mit "Sauschwanzl" wurde einst häufig so gebaut. Als Grund für diese Bauart ist vornehmlich das "Unterbringen" von Grundlänge des Instruments anzusehen. Die Tuba war immer in B, ein Umstecken vermittels eines kürzeren Stimmzugs zu C hat man nie beabsichtigt.

Noch einmal kurz zurück zur Kennzeichnung im Schallstück: der sitzende Bischoff ist nachträglich eingebracht worden, hat nichts mit dem Händler August Clemens Glier oder dem für Glier arbeitenden Handwerker zu tun.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller

Tubaknacker
Beiträge: 3
Registriert: Fr 29. Mai 2020, 10:20

Re: Tuba Clemens August Glier

Beitrag von Tubaknacker »

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Das ist ja sehr interessant. Ich werde die Tuba pflegen und regelmäßig spielen. So eine gute Tuba gibt es halt aus dem fernen Osten nicht.
Nach Corona werde ich das Museum besuchen. Bin schon interessiert welche besonderen Exponate ausgestellt sind.
Ein frohes Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen .
Joachim Orttenburger

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